Ein rumänischer Bauarbeiter ist am Dienstag in Rom ums Leben gekommen, nachdem er über elf Stunden unter den Trümmern eines teilweise eingestürzten mittelalterlichen Turms nahe des Kolosseums verschüttet war. Der Unfall, der sich am Montagmorgen auf der Restaurierungsbaustelle des Torre dei Conti ereignete, hat in Italien Empörung ausgelöst und die Debatte über die Arbeitssicherheit im Baugewerbe neu entfacht.
Nach Angaben italienischer Behörden stürzten gegen 10:30 Uhr GMT große Teile des 29 Meter hohen Turms ein. Zunächst kam es zu einem Teileinsturz, gefolgt von einem zweiten weniger als zwei Stunden später, während Feuerwehrleute noch versuchten, einen unter den Trümmern eingeschlossenen Mann zu befreien. Trotz der Bemühungen der Rettungskräfte erlitt das Opfer, der 66-jährige Octav Stroici, bei seiner Bergung einen Herzstillstand und verstarb auf dem Weg ins Krankenhaus.
Ein zweiter rumänischer Arbeiter, der schwere Kopfverletzungen erlitten hatte, wurde schnell gerettet und befindet sich außer Lebensgefahr, während zwei weitere Arbeiter leichtere Verletzungen erlitten. Der italienische Ministerpräsident Giorgia MeloniEr sprach der Familie des Verstorbenen sein Beileid aus und lobte den Mut der Rettungsteams, die viele Stunden im Einsatz waren.
Die Staatsanwaltschaft Rom hat Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung mit Todesfolge bzw. schwerer Körperverletzung eingeleitet. Das italienische Nationale Institut für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz (INAIL) stellte fest, dass tödliche Unfälle in Italien weiterhin ein wiederkehrendes Problem darstellen; seit Anfang 2025 wurden 575 Todesfälle registriert.
Der Torre dei Conti, erbaut im frühen 13. Jahrhundert unter Papst Innozenz III., ist eines der bekanntesten Denkmäler des mittelalterlichen Roms. Einst über 50 Meter hoch, wurde er durch mehrere Erdbeben um die Hälfte reduziert. Das Gebäude, das seit 2006 für die Öffentlichkeit geschlossen ist, wurde im Rahmen eines von der Europäischen Union mit 7 Millionen Euro finanzierten Restaurierungsprojekts saniert. Geplant war, es bis 2026 in ein Museum und Konferenzzentrum umzuwandeln.
Obwohl der Turm noch steht, weist er erhebliche innere Schäden auf. Statische Untersuchungen wurden eingeleitet, um das Risiko eines weiteren Einsturzes zu beurteilen. Die römischen Kulturbehörden gaben bekannt, dass das Gebiet an der Via dei Fori Imperiali bis auf Weiteres abgesperrt bleibt, um die Sicherheit zu gewährleisten und die genauen Ursachen dieser Tragödie im historischen Herzen der italienischen Hauptstadt zu ermitteln.