Sarah El Haïry auf legarçon.net ins Visier genommen, der Hohe Kommissar für Kinder kündigt eine Beschwerde an
Sarah El Haïry auf legarçon.net ins Visier genommen, der Hohe Kommissar für Kinder kündigt eine Beschwerde an

So fängt es oft an: mit ein paar Zeilen unter einem Pseudonym, dann holt die Realität alle ein. Sarah El Haïry, die Hohe Kommissarin für Kinder, kündigte an, Anzeige zu erstatten, nachdem auf dem Forum legarçon.net Drohungen gegen sie veröffentlicht worden waren. Am Samstag, dem 2. Mai, bestätigte sie diese Absicht in einer Erklärung gegenüber Ouest-France, nachdem eine direkt gegen sie gerichtete Nachricht auf einer Website erschienen war, die sie eigenen Angaben zufolge bereits den Behörden gemeldet hatte.

Am Mittwoch erklärte die Beamtin, sie habe die beiden Plattformen Chaat.fr und legarçon.net angezeigt, die ihrer Ansicht nach „Pädophile vernetzen“ und auf denen „keine Altersverifizierung stattfindet“. Sie geht gegen Online-Plattformen vor, die ihrer Meinung nach den Austausch mit Minderjährigen begünstigen, mit dem ausdrücklichen Ziel, rechtliche Schritte einzuleiten. Mit anderen Worten: Sie will nicht nur im Fernsehen Empörung äußern, sondern auch handeln.

Ein Bericht, dann die rechtliche Reaktion

Am Donnerstag eskalierte die Situation. Ouest-France berichtet, dass ein Nutzer von legarçon.net eine an Sarah El Haïry adressierte Nachricht mit einer deutlichen Warnung veröffentlichte. Der Verfasser gibt sich als ehemaliger Mitarbeiter des Élysée-Palastes aus, der seit 2008 im Ruhestand ist, und erzählt von sexuellen Beziehungen zu Teenagern, die er auf seinen Reisen kennengelernt hat. Dabei erwähnt er auch den Epstein-Fall – ein Name, der wie eine Warnung klingt und die aktuelle Zeit widerspiegelt, in der manche versuchen, durch Schockeffekte abweichende Meinungen zum Schweigen zu bringen.

Die Hochkommissarin ihrerseits bewahrte die unerschütterliche Ruhe einer Person, die sich der Tragweite ihrer Worte bewusst ist. „Die gegen mich auf dieser Seite ausgesprochenen Drohungen sind inakzeptabel und beeindrucken mich nicht“, antwortete sie laut Ouest-France. Sie betonte, das angekündigte Verfahren werde ihren Entschluss, sexuellen Kindesmissbrauch aufzudecken, anzuzeigen und zu bekämpfen, nur noch verstärken, und fügte hinzu: „Sollten sich die Vorwürfe als wahr erweisen, sind sie äußerst schwerwiegend.“

Hinter diesem Fall entsteht beim Leser fast automatisch ein tieferliegendes Unbehagen. Auf legarçon.net beschreibt ein Frage-und-Antwort-Bereich den Austausch zwischen Männern, die sich sexuell zu „Teenagern“ oder „Vorpubertierenden“ hingezogen fühlen, wie Franceinfo berichtet. Dabei taucht die Frage der Altersverifizierung erneut als hartnäckiges Problem auf. Zwischen Internetfreiheit und dem Schutz Minderjähriger wird sich die nächste Phase in Ermittlungen und Gerichtsentscheidungen entfalten – mit einer Herausforderung, die sich leicht formulieren, aber schwer umsetzen lässt: die Türen zu schließen, ohne Schlupflöcher zu lassen.

Gemeinschaft

Bemerkungen

Die Kommentarfunktion ist geöffnet, aber vor Spam geschützt. Beiträge und Kommentare mit Links werden manuell geprüft.

Sei der Erste, der diesen Artikel kommentiert.

Antworten Sie auf diesen Artikel

Kommentare werden moderiert. Werbebotschaften, automatisierte E-Mails und missbräuchliche Links werden blockiert.

Ihr erster Kommentar oder jede Nachricht, die einen Link enthält, wird möglicherweise erst nach Genehmigung veröffentlicht.