Paris: Bei einem Brand auf dem Boulevard de Picpus wird ein Handy-Ladegerät verdächtigt, zehn Personen wurden verletzt.
Paris: Bei einem Brand auf dem Boulevard de Picpus wird ein Handy-Ladegerät verdächtigt, zehn Personen wurden verletzt.

Am Sonntagmorgen bot sich auf dem Boulevard de Picpus im 12. Arrondissement ein unerwarteter Anblick. Noch vor Mittag hatte eine Motorradstreife der Polizei Rauch und Flammen aus einer Erdgeschosswohnung in einem sechsstöckigen Gebäude entdeckt. In Paris scheint die Zeit stillzustehen, wenn Rauch in einem Treppenhaus aufsteigt.

Vor Ort betrat die Polizei das Gebäude und evakuierte die ersten Bewohner – „etwa fünfzehn Personen, die sich im Gebäude befanden“, so eine Polizeiquelle. Die Feuerwehr traf schnell ein, übernahm den Einsatz und konnte das Feuer kurz vor 12:30 Uhr unter Kontrolle bringen. Der Einsatz war jedoch mit dem Erlöschen der Flammen noch nicht beendet: Es gab weiterhin Rauch, Flure und Wohnungen zu durchsuchen, und die Nachbarn suchten besorgt nach bekannten Gesichtern.

Laut dem Bericht der Pariser Staatsanwaltschaft wurden zehn Personen verletzt. Neun von ihnen wurden wegen leichter Verletzungen behandelt, eine Person musste in kritischem Zustand evakuiert werden. Alle erlitten eine Rauchvergiftung, ein häufiges Problem bei Bränden in Mehrfamilienhäusern, wo die Luft schnell unerträglich wird und mitunter gefährlicher ist als das Feuer selbst.

Rauch, der stille Feind der Pariser Gebäude

Erste Erkenntnisse deuten auf eine sehr banale, fast alltägliche Unfallursache hin. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass „eine Matratze im Erdgeschoss Feuer fing, nachdem sie mit einem defekten Handy-Ladegerät in Berührung gekommen war“. Das Feuer breitete sich dann rasch bis in den sechsten Stock aus, angetrieben vom Luftzug im Treppenhaus – jener zentralen Achse von Gebäuden, die bei einem Brand wie ein Kamin wirken kann.

Es wurde eine Untersuchung eingeleitet, um die Ursache der schweren Verletzungen zu klären. Die Ermittlungen wurden der Polizeistation des 12. Arrondissements übertragen. Die Behörden sprechen derzeit von einer wahrscheinlichen Brandursache; technische Überprüfungen sollen klären, ob das Ladegerät defekt, nicht vorschriftsmäßig oder einfach unsachgemäß verwendet und zu nah an brennbarem Material platziert wurde. Hausbrände entstehen oft durch kleinste Details, die wir zunächst ignorieren, bis wir plötzlich Brandgeruch wahrnehmen.

Eine Realität bleibt bestehen, die die Pariser nur allzu gut kennen: dicht gedrängte Gebäude, enge Treppenhäuser und Abgase, die wie ein übler Luftzug durch die Luft ziehen. Ein kleiner Alltagsgegenstand, ein herumliegendes Ladegerät, und schon steht ein ganzes Gebäude auf der Straße und atmet zu schnell. Was als Nächstes geschieht, hängt von den Ergebnissen der Untersuchung ab und davon, was sie über unser Verhältnis zum elektrischen Komfort offenbaren, der so alltäglich geworden ist, dass wir manchmal die Kosten vergessen, wenn er außer Kontrolle gerät.

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