Paris unter Wasser: Überflutete Metro, entwurzelte Bäume, Chaos nach einem Sturm seltener Gewalt
Paris unter Wasser: Überflutete Metro, entwurzelte Bäume, Chaos nach einem Sturm seltener Gewalt

Es dauerte nur wenige Minuten, um die Hauptstadt in eine apokalyptische Szene zu verwandeln. Am Mittwochabend traf ein Sturm außergewöhnlicher Heftigkeit Paris und die westliche Region Île-de-France mit Böen von bis zu 112 km/h und sintflutartigen Regenfällen. Am Eiffelturm blies der Wind mit beispielloser Kraft, riss Bäume um und tauchte mehrere Stadtviertel in Dunkelheit. Surreale Szenen wurden gefilmt: überflutete Straßen, abgerissene Schilder, fliegende Jalousien und auf überschwemmten Kais liegengebliebene Autos.

Der Schock war auch institutioneller Natur: Das Dach des Grand Palais stürzte im Regen ein, wodurch eine Aufführung unterbrochen und eine Evakuierung erforderlich wurde. Die Nationalversammlung wurde unterbrochen, nachdem Premierminister François Bayrou mitten in seiner Rede durch ein Leck über dem Podium nassgespritzt worden war. Mehrere Metrostationen wurden geschlossen; die Stationen Guy Môquet, Franklin D. Roosevelt und Victor-Hugo standen unter Wasser. Der RER- und Metroverkehr in ganz Paris war erheblich beeinträchtigt, einige Linien waren sogar komplett gesperrt.

Erheblicher Sachschaden, aber keine Verletzten

Die Feuerwehrleute waren mit zahlreichen Einsätzen überlastet und registrierten rund vierzig umgestürzte Bäume. Sie führten zahlreiche Einsätze durch, um Wasser abzupumpen oder beschädigte Gebäude zu sichern. Wie durch ein Wunder wurden bis 22:30 Uhr keine Verletzten gemeldet. Diese plötzliche Hitzewelle ereignete sich, als Frankreich die 50. Hitzewelle seit 1947 erlebte. Die Behörden befürchten bereits am Wochenende eine weitere Hitzewelle.