Ein 15-jähriger Junge wurde am Donnerstagabend im Stadtteil Port-Boyer von Nantes erschossen. Zwei weitere Minderjährige im Alter von 13 und 14 Jahren wurden bei derselben Schießerei verletzt. Die Schießerei begann gegen 19:30 Uhr in einem Gebiet, das bereits als besonders umkämpfter Drogenumschlagplatz bekannt ist. Der am schwersten verletzte Junge sei außer Lebensgefahr, erklärte Innenminister Laurent Nuñez, der vor Ort war, am Freitag.
Automatisches Feuer
Zwei vermummte Personen eröffneten mit einer automatischen Waffe das Feuer auf drei Jugendliche. Laurent Nuñez berichtete, dass Schüsse gefallen seien. "etwas blind"in einem Kontext, der höchstwahrscheinlich mit Drogenhandel zusammenhängt. Der Minister betonte jedoch einen Punkt: Diese Spur bedeutet nicht, dass die ins Visier genommenen Jugendlichen selbst in den Drogenhandel verwickelt waren.
Eine Region, die bereits von Gewalt geplagt ist.
Das Viertel Port-Boyer war in den vergangenen Wochen bereits von anderen Gewalttaten betroffen. Ende April wurde in derselben Gegend ein junger Mann durch Schüsse getötet und ein weiterer schwer verletzt. Die Vorfälle werden bereits im Hinblick auf mögliche Verbindungen zum Drogenhandel untersucht. Wenige Tage vor der Schießerei am Donnerstag hatte es in dem Viertel bereits eine weitere Schießerei gegeben.
Laurent Nuñez verspricht, den Kampf fortzusetzen
Vor Ort versprach Laurent Nuñez am Freitag, die "unerbittlicher Kampf" gegen Drogenhandel. Der Innenminister bekräftigte, dass der Staat nicht "wird diesen Krieg nicht verlieren" Er plädierte für ein verstärktes Vorgehen von Polizei und Justiz. Insbesondere erwähnte er die Fortsetzung der Ermittlungen und die Zerschlagung von Drogenhandelsnetzwerken in einem nationalen Kontext, der von mehreren jüngsten Abrechnungen geprägt ist.
Nizza, Décines, Nantes: eine tödliche Verkettung von Ereignissen
Die Tragödie in Nantes reiht sich in eine Reihe gewaltsamer Vorfälle ein, die mit Drogenhandel in Verbindung stehen oder möglicherweise in Verbindung stehen. In Nizza wurden am Montag, dem 11. Mai, im Stadtteil Moulins zwei Menschen getötet und sechs weitere verletzt, als es zu einem Schusswaffenangriff in einem bekannten Drogenumschlagplatz kam. In Décines-Charpieu bei Lyon starben am selben Tag drei Menschen bei einem Brandanschlag, der im Zuge von Ermittlungen wegen möglicher Abrechnungen zwischen Drogenhändlern verübt wurde.