Jérôme Barella, der Hauptverdächtige im Fall des Todes der elfjährigen Lyhanna, war dem Kind nicht unbekannt. Er war der Vater einer ihrer Klassenkameradinnen und hatte Berichten zufolge vor dem tragischen Vorfall regelmäßigen Kontakt zu ihr. Laut Lyhannas Mutter hielt sich der Mann häufig vor der Schule auf, immer an derselben Stelle wie ihre Tochter. Er soll anwesend gewesen sein. " täglich " und hätte sich angewöhnt, das kleine Mädchen in dieser vertrauten Umgebung anzusprechen.
Diese enge Beziehung steht nun im Mittelpunkt der Ermittlungen. Ziel der Ermittler ist es, die genaue Art dieser Kontakte, deren Häufigkeit und die Art und Weise, wie der Verdächtige ein Vertrauensverhältnis zu dem Kind aufbauen konnte, zu verstehen.
Täglich werden Snacks mitgebracht
Lyhannas Mutter gab außerdem an, dass Jérôme Barella ihrer Tochter regelmäßig Snacks mitbrachte. Diese scheinbar harmlose Geste erhält im Kontext der Ermittlungen eine neue Bedeutung. Der Mann soll zahlreiche Gelegenheiten geschaffen haben, mit dem Mädchen außerhalb des familiären Umfelds in Kontakt zu treten. Er soll auch an der Bushaltestelle auf Lyhanna gewartet haben, was seine wiederholte Anwesenheit unterstreicht, wenn das Kind allein war oder die Schule verließ. Diese Indizien zeichnen das Bild einer langjährigen und engen Beziehung zu dem elfjährigen Mädchen, das später tot aufgefunden wurde.
Das gleiche Verhalten auch bei anderen jungen Mädchen
Lyhannas Fall ist kein Einzelfall. Jérôme Barella hat ähnliches Verhalten gegenüber anderen jungen Mädchen wiederholt. Er schickte ihnen Nachrichten und suchte körperlichen Kontakt zu ihnen.
Ein TikTok-Account, der sich an Teenager-Mädchen und Kinder richtet.
Auch Jérôme Barellas Online-Verhalten gehört zu den beunruhigenden Aspekten des Falls. Auf seinem TikTok-Account folgt er mehreren hundert Accounts, die mehrheitlich jungen Mädchen oder Kindern gehören. Seine Reposts bestehen größtenteils aus Videos, die tanzende Kinder zeigen.
Eine Vertrauensbeziehung zum Kind ist möglich.
Die Tatsache, dass Jérôme Barella der Vater einer Freundin von Lyhanna war, könnte eine wichtige Rolle gespielt haben. Für ein Kind kann ein Erwachsener, den es aus der Schule oder dem Freundeskreis kennt, beruhigend wirken. Genau das müssen die Ermittler klären: Hat Lyhanna zugestimmt, mit ihm zu gehen, weil sie ihn kannte? Hatte sie bereits regelmäßig mit ihm gesprochen? Hatte der Mann ihr Vertrauen durch wiederholte Gesten wie Snacks, Nachrichten oder seine regelmäßige Anwesenheit vor der Schule allmählich gewonnen? Diese Fragen sind entscheidend, um zu verstehen, wie das Mädchen vor ihrem Tod mit ihm in Kontakt kam.
Der Verdächtige schweigt weiterhin.
Seit Beginn der Ermittlungen gilt Jérôme Barella als Hauptverdächtiger. Angesichts der immer erdrückenderen Anschuldigungen und Beweise schweigt er. Die Ermittlungen dauern an und konzentrieren sich auf seine Aufenthaltsorte, sein Telefon, seine Online-Konten, seine Kommunikation mit Minderjährigen sowie auf Aussagen aus Lyhannas Bekanntenkreis.
Neben Lyhannas Tod steht nun eine Frage im Mittelpunkt der Ermittlungen: Wie konnte eine Erwachsene, die als täglich in der Nähe eines Kindes anwesend beschrieben wird, ihr Snacks brachte, manchmal vor dem Bus auf sie wartete und sich mit anderen jungen Mädchen unterhielt, in ihrer Umgebung bleiben, ohne belästigt zu werden?