Eine 30-jährige zweifache Mutter wurde in Houlbec-Cocherel (Eure) getötet. Die Ermittlungen gehen von einem weiteren Femizid aus. Der Hauptverdächtige, ihr 32-jähriger Ex-Partner, soll sie mehrfach erstochen und sich wenige Stunden später durch einen Sprung von einer Klippe in Château-Gaillard (Les Andelys) das Leben genommen haben. Die Polizei entdeckte die Leiche der Frau am Dienstagabend, nachdem ihr Vater sie alarmiert hatte.
Die Staatsanwaltschaft in Évreux stellte fest, dass die junge Frau bereits 2022 Opfer eines Mordversuchs durch denselben Mann geworden war. Damals überlebte sie, indem sie aus dem Fenster ihrer Wohnung sprang und bei einer Nachbarin Zuflucht suchte. Ihr Partner unternahm daraufhin einen Selbstmordversuch, bevor er wegen versuchten Mordes an seiner Ehefrau angeklagt und in Untersuchungshaft genommen wurde.
Ein Mann wurde für strafrechtlich unzurechnungsfähig erklärt
Die nach den Ereignissen von 2022 durchgeführten Ermittlungen ergaben, dass der Verdächtige an einer psychischen Störung litt. Im September 2023 erklärte ihn das Berufungsgericht Rouen nach seinem Geständnis für unzurechnungsfähig und ordnete seine Einweisung in eine Klinik an. Im Januar 2024 wurde er in eine Klinik in Mantes-la-Jolie verlegt, um näher bei seiner Familie zu sein.
Die Ermittler versuchen nun, die Umstände seiner Entlassung aus der psychiatrischen Klinik zu klären. Ersten Aussagen zufolge hatten das Opfer und ihr Ex-Partner bereits einige Monate zuvor wieder Kontakt aufgenommen, obwohl eine einstweilige Verfügung ihm jeglichen Kontakt zu ihr untersagte. Laut ihren Angehörigen erwogen sie sogar, zumindest teilweise wieder zusammenzuleben. Im Jahr 2024 wurden in Frankreich laut Angaben der Interministeriellen Mission zum Schutz der Frauen 107 Frauen von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet.
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