Dünkirchen: Vier Greenpeace-Aktivisten nach Blockade eines Frachtschiffs festgenommen
Dünkirchen: Vier Greenpeace-Aktivisten nach Blockade eines Frachtschiffs festgenommen

Rund zwanzig Greenpeace-Aktivisten blockierten am Montag, dem 2. März, im Morgengrauen ein Frachtschiff im Hafen von Dünkirchen, um gegen den fortgesetzten Uranhandel zwischen Russland und Frankreich zu protestieren. Die fast fünfstündige Aktion endete mit einem Polizeieinsatz. Zwölf Aktivisten wurden festgenommen, vier von ihnen in Gewahrsam genommen.

Laut Polizei werden drei Deutsche und ein Niederländer wegen Behinderung der Arbeitsfreiheit und Hausfriedensbruchs angeklagt. Die Blockade begann um 4:10 Uhr und wurde gegen 9:10 Uhr aufgehoben.

Die Aktivisten hatten es auf das Frachtschiff abgesehen. Mikhail DudinDas Schiff wurde in einer Schleuse festgesetzt, um das Löschen seiner Ladung zu verhindern. Die NGO vermutet, dass es sich um Uran aus Russland handelt, das für die französische Nuklearindustrie bestimmt war. Einige Aktivisten ketteten sich an eine Metallkonstruktion, um den Zugang zu blockieren, während andere sich mit Kajaks um das Schiff positionierten.

Auf Transparenten waren Slogans wie „Uran: EDF liebt Putin“ und „Stoppt die toxischen Verträge“ sowie „Solidarität mit den Ukrainern“ zu sehen. Greenpeace behauptet, dass diese Transaktionen eine Lücke im europäischen Sanktionsregime darstellen, das nach Russlands Invasion in der Ukraine im Jahr 2022 verabschiedet wurde.

Uranflüsse sind noch aktiv

Die NGO argumentiert, dass Mikhail Dudin hat seit Februar 2022 mehr als zwanzig Hin- und Rückfahrten zwischen Dünkirchen und russischen Häfen unternommen. Ein weiteres Frachtschiff, die Baltiyskiy-202Auch sie sollen ähnliche Transportdienstleistungen angeboten haben. Beide Schiffe fahren unter panamaischer Flagge und gehören laut internationalen Schiffsregistern zu in Hongkong registrierten Unternehmen.

Laut französischen Zolldaten importierte Frankreich im Jahr 2025 mindestens 112 Tonnen angereichertes Uran und verwandte Verbindungen aus Russland. Dies entspricht etwa einem Viertel der gesamten Importe nach Volumen. Das Niveau ist im Vergleich zu 2024 stabil, liegt jedoch unter dem von 2022. Ein bedeutender Teil des verarbeiteten Natururans stammt aus Kasachstan und Usbekistan.

Greenpeace verurteilt auch die Exporte von wiederaufbereitetem Uran nach Russland und weist darauf hin, dass Rosatom derzeit die einzige Anlage weltweit betreibt, die in der Lage ist, bestimmte Konversionsvorgänge durchzuführen, die für das Recycling abgebrannter Brennelemente notwendig sind.

Die gerichtlichen Ermittlungen dauern an, um die nächsten Schritte im Verfahren gegen die verhafteten Aktivisten festzulegen.