Anschlag auf die Highschool in Nantes: Wurde der Mörder von einer ökoradikalen Anti-Technologie-Bewegung inspiriert?
Anschlag auf die Highschool in Nantes: Wurde der Mörder von einer ökoradikalen Anti-Technologie-Bewegung inspiriert?

Zehn Tage nach dem Messerangriff auf einen Gymnasiasten in Nantes deuten die Ermittlungen auf eine beunruhigende ideologische Spur hin. Der junge Mörder, der 16-jährige Justin P., könnte von der Anti-Tech Resistance (ATR)-Bewegung beeinflusst worden sein, einer ökoradikalen Organisation, die sich gegen die technologische Moderne stellt.

Eine Ideologie, die vom Unabomber geerbt wurde

In einem vor seiner Aktion verschickten Manifest soll Justin P. die Theorien von Theodore Kaczynski, alias Unabomber, aufgegriffen haben, einer emblematischen Figur des antiindustriellen „Ökoterrorismus“. Die 2022 in der Bretagne gegründete und in mehreren französischen Städten aktive ATR-Bewegung befürwortet eine völlige Ablehnung der industriellen Revolution und ist Teil einer Bewegung, die radikale Ökologie, Antisystemismus und manchmal Überlebenskampf verbindet. Obwohl keine direkte Verbindung zwischen der Gruppe und dem jungen Angreifer festgestellt werden konnte, deuten seine Schriften auf einen deutlichen Einfluss hin.

Die Wahl einer Schule als Ziel wäre nach Ansicht der Ermittler nicht unerheblich. Nach Kaczynskis im Manifest zum Ausdruck gebrachter Denkweise wäre Bildung ein Vektor sozialer Konditionierung und Unterwerfung unter ein entmenschlichendes System. Justin P., der als isoliert und in großer psychischer Not beschrieben wird, könnte in dieser Geste den gewalttätigen Ausdruck einer Ideologie gesehen haben, die völlig im Widerspruch zu gesellschaftlichen Normen steht.