Am Dienstag, dem 24. März, wurde nach einer in Aveyron begonnenen Fahndung der 42-jährige Cédric P., ein ehemaliger Polizist mit Vorstrafe, in Portugal festgenommen. Er befand sich in Begleitung seiner beiden Kinder, eines 12-jährigen Jungen und eines anderthalbjährigen Mädchens. Die beiden Kinder wurden lebend gefunden und in Obhut genommen – ein Umstand, der im krassen Gegensatz zum Rest des Falls steht.
Alles begann einige Tage zuvor in Vailhourles, einem kleinen ländlichen Ort, wo Fehlzeiten schnell auffallen. Eine 40-jährige Frau erschien nicht zur Arbeit, und ihr Sohn fehlte in der Schule. Ein Verwandter schlug Alarm. Die Staatsanwaltschaft in Rodez leitete daraufhin Ermittlungen wegen „Entführung und Freiheitsberaubung mehrerer Personen“ ein, während die Suche im Bekanntenkreis des ehemaligen Beamten intensiviert wurde.
Die Zahl der Vermissten steigt rasch und zeichnet ein beunruhigendes Bild. Der Verdächtige, ein Einwohner von Savignac, ist spurlos verschwunden, ebenso seine neue Partnerin und das gemeinsame Baby. In solchen Fällen zählt jede Stunde, und jede noch so kleine Spur wird verfolgt, selbst wenn sie über Grenzen führt. Französische Ermittler starten einen Zeugenaufruf, der mit Unterstützung der portugiesischen Behörden auf der gesamten Iberischen Halbinsel verbreitet wird.
Nachdem zwei Leichen vergraben wurden, nimmt die Untersuchung eine neue Wendung.
Am Mittwoch gab die portugiesische Kriminalpolizei bekannt, dass in Portugal zwei Leichen gefunden wurden, bei denen es sich vermutlich um die Partnerin und die Ex-Partnerin des Verdächtigen handelt. Laut der Mitteilung wurden die sterblichen Überreste an einem abgelegenen Ort vergraben. Die Ex-Partnerin ist die Mutter des 12-jährigen Jungen, die neue Partnerin die Mutter des Mädchens – ein erschreckender Hinweis auf die enge Beziehung zwischen den Opfern und dem Verdächtigen.
Die Festnahme erfolgte in Mêda im Nordosten Portugals, nahe der spanischen Grenze. Ersten Berichten zufolge trug Cédric P. zum Zeitpunkt seiner Festnahme eine Waffe bei sich und wurde in Gewahrsam genommen. Dieses Detail ist von großer Bedeutung, da es auf die Kenntnis der Regeln und Risiken – die eines ehemaligen Polizisten – schließen lässt und die Frage nach seinen nächsten Plänen weiter aufwirft.
Nun folgt das Gerichtsverfahren, ein langsamerer und methodischerer Prozess, der klären muss, wie und wann die beiden Frauen starben und was während ihres Verschwindens geschah. Die Regelungen zur Betreuung der Kinder, ihre zukünftige Situation und eine mögliche Überstellung an die französischen Behörden werden ebenfalls zentrale Aspekte der nächsten Schritte sein. Dank internationaler Zusammenarbeit und anstehender Gutachten tritt der Fall in eine Phase ein, in der die Fakten endlich für sich sprechen müssen.
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