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Die EU schreibt den Bau von sieben KI-Gigafabriken aus

Die EU schreibt den Bau von sieben KI-Gigafabriken aus
Die EU schreibt den Bau von sieben KI-Gigafabriken aus

Dreißig Milliarden Euro, davon zehn Milliarden aus europäischen und nationalen öffentlichen Mitteln und 20 Milliarden von privaten Investoren: Dies ist das Budget, das die Europäische Kommission für die Finanzierung von sieben riesigen Recheninfrastrukturen für Künstliche Intelligenz bereitstellen will. Diese Gigafabriken werden hochentwickelte Prozessoren, Software, Cloud-Technologien und hocheffiziente Rechenzentren produzieren.

Die Sammlung und Verteilung der Mittel erfolgt durch das EuroHPC Joint Undertaking (EuroHPC JU), das 2020 zur Entwicklung eines europäischen Supercomputing-Ökosystems gegründet wurde. Konsortien und Ad-hoc-Vehikel, bestehend aus Technologieanbietern, öffentlichen Einrichtungen und Investoren, können ihre Anträge bis zum 12. November einreichen. Die Kommission plant, die Mittel Anfang 2027 auszuzahlen, sodass Projekte unmittelbar danach starten können.

Die Chiphersteller AMD, Nvidia und Qualcomm haben laut Kommission Absichtserklärungen zur Lieferung von Komponenten an die an den Projekten beteiligten Gruppen unterzeichnet. Henna Virkkunen, Exekutiv-Vizepräsidentin für Technologiesouveränität, bezeichnete die Ankündigung als „Meilenstein“ und fügte hinzu: „Der Zugang zur enormen Rechenleistung von KI-Gigafabriken ist eine strategische Notwendigkeit für Europa.“

Die Lage ist dringlich. Die EU betreibt derzeit 19 Rechenzentren in Spanien und Finnland, ist aber weiterhin stark von ausländischen Anbietern abhängig. Ein kürzlich dem Europäischen Parlament vorgelegter Bericht der Kommission warnte, dass europäische Unternehmen und Behörden ohne Kurswechsel „weiterhin auf amerikanische KI-Anbieter angewiesen sein werden – zum Nachteil europäischer Anbieter“. Dasselbe Dokument hob die Risiken hervor, die mit dem Zugriff externer Daten und den damit verbundenen Gefährdungen der Servicekontinuität einhergehen.

Geopolitischer Druck verstärkt diese Beobachtung. Donald Trump Die EU hat deutlich gezeigt, dass sie bereit ist, die amerikanische Wirtschaftskraft zu nutzen, um Einfluss auf die Regulierung amerikanischer Technologieunternehmen in Europa zu nehmen, während China seine Exporte von für den Sektor kritischen Mineralien eingeschränkt hat. Die EU strebt an, ihre Rechenzentrumskapazität innerhalb von fünf bis sieben Jahren zu verdreifachen, steht jedoch vor einem strukturellen Nachteil: Die Energiekosten sind deutlich höher als in den Vereinigten Staaten oder China.

Das Projekt gibt auch in der europäischen Öffentlichkeit Anlass zur Sorge. Neben der Befürchtung von Arbeitsplatzverlusten wird der Bau umfangreicher digitaler Infrastrukturen aufgrund ihres hohen Wasser- und Stromverbrauchs sowie der damit verbundenen Lärmbelästigung auch aus Umweltgründen kritisiert. Die Kommission hat versucht, die Öffentlichkeit zu beruhigen, indem sie zusicherte, dass die neuen Anlagen unter Einhaltung europäischer Standards für Datenschutz, Sicherheit und Ethik entwickelt und betrieben werden, und dabei insbesondere auf das Gesetz über digitale Dienste und das Gesetz über digitale Märkte verwies.

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