Die britische Regierung erwägt, einige Frauengefängnisse in Gefängnisse für männliche Gefangene umzuwandeln. Diese Maßnahme, die die Überbelegung der Gefängnisse verringern soll, wird von Interessenverbänden als kontraproduktiv angesehen.
Die Justizministerin Catherine McKinnell wird in den kommenden Monaten die Machbarkeit der Umwandlung einiger Zellen in Frauengefängnissen in für Männer geeignete Zellen prüfen. Ziel ist es, die Zahl der inhaftierten Frauen zu reduzieren und so Kapazitäten in dem stark überlasteten Justizvollzugssystem freizusetzen.
Gefängnisdirektoren und Experten haben bereits vor den erheblichen praktischen Herausforderungen gewarnt, die eine solche Umstrukturierung mit sich bringen würde. Die Infrastruktur von Frauengefängnissen ist nicht für die Unterbringung männlicher Gefangener ausgelegt, und ihre Anpassung würde einen erheblichen Aufwand erfordern.
Bei Interessenverbänden stieß der Vorschlag auf heftigen Widerstand. Frauenrechtlerinnen argumentieren, der Plan verlagere die Krise lediglich, ohne die strukturellen Ursachen der Gefängnisüberbelegung anzugehen. Die Reduzierung der Anzahl inhaftierter Frauen, um deren Zellen für männliche Gefangene umzuwandeln, behandle lediglich die Symptome, nicht aber die Ursache.
Die Regierung hat noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Die Prüfung der praktischen Vorkehrungen muss in den kommenden Monaten fortgesetzt werden, bevor eine formelle Ankündigung erfolgen kann.
