Das Europäische Parlament erwägt die Aussetzung des EU-US-Handelsabkommens.
Das Europäische Parlament erwägt die Aussetzung des EU-US-Handelsabkommens.

Das Europäische Parlament erklärte sich am Montag, dem 23. Februar, bereit, die Umsetzung des im vergangenen Sommer zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten geschlossenen Handelsabkommens auszusetzen. Diese Haltung folgt auf die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA vom Freitag, einige der von den USA verhängten Zölle für ungültig zu erklären. Donald Trump.

Als Reaktion auf diesen juristischen Rückschlag kündigte der US-Präsident „neue Maßnahmen“ an, die die aufgehobenen Zölle ersetzen sollten. Zunächst war von einer globalen Steuer von 10 % die Rede, die jedoch rasch auf 15 % erhöht wurde. Diese Ankündigung verschärfte die Unsicherheit hinsichtlich des transatlantischen Handelsrahmens.

Der Vorsitzende des Ausschusses für Internationalen Handel des Europäischen Parlaments, der deutsche Europaabgeordnete Bernd Lange (S&D), kündigte am Sonntag an, in einer außerordentlichen Sitzung die Aussetzung der Verhandlungen über das Abkommen vorzuschlagen. Mehrere Vertreter der wichtigsten Fraktionen bestätigten ihre Unterstützung für diesen Schritt.

Klarstellungen aus Washington erwartet

Mitglieder des Europäischen Parlaments fordern Klarstellung zum Umfang der neuen US-Maßnahmen. Die kroatische Europaabgeordnete Zeljana Zovko (EVP) erklärte, das Verfahren solle ausgesetzt werden, „bis die Kommission die Bedingungen der neuen Zölle mit den Vereinigten Staaten geklärt hat“. Auch die Grünen, vertreten durch die deutsche Europaabgeordnete Anna Cavazzini, und die zentristische Fraktion Renew sprachen sich für eine vorübergehende Aussetzung aus.

Die am 27. Juli zwischen Brüssel und der Trump-Administration erzielte Vereinbarung sah die Einführung allgemeiner Zölle von 15 % sowie die gegenseitige Abschaffung bestimmter Zölle auf als strategisch eingestufte Produkte vor. Sie wurde als Kompromiss präsentiert, nachdem Washington mit Zöllen von bis zu 30 % gedroht hatte.

Der Ausschuss für Internationalen Handel sollte ursprünglich am Dienstag über die Umsetzung des Abkommens abstimmen, bevor im nächsten Monat eine Plenarabstimmung stattfinden sollte. Der Prozess war bereits im Januar aufgrund von Spannungen im Zusammenhang mit Donald Trumps Äußerungen zu Grönland ausgesetzt und später wieder aufgenommen worden. Jüngste Entwicklungen könnten die Annahme weiter verzögern.