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Ceuta: 294 Migranten in Marokko nach einem weiteren versuchten Grenzübertritt festgenommen

Ceuta: 294 Migranten in Marokko nach einem weiteren versuchten Grenzübertritt festgenommen
Ceuta: 294 Migranten in Marokko nach einem weiteren versuchten Grenzübertritt festgenommen

Marokkanische Sicherheitskräfte haben am Wochenende fast 300 Migranten aus Subsahara-Afrika festgenommen, die versuchten, in die spanische Exklave Ceuta einzureisen. Dies geschah zwei Wochen nach einer tödlichen Migrationskrise, bei der mindestens 90 Menschen ums Leben kamen.

Zwei Wochen nach einer der schwersten Migrationskrisen, die die Region je erlebt hat, ist der Druck um Ceuta weiterhin hoch. Der marokkanische öffentlich-rechtliche Sender Medi 1 TV meldete am Samstag die Festnahme von 294 Migranten aus Subsahara-Afrika, die versucht hatten, die spanische Exklave auf dem Land- und Seeweg zu erreichen. 61 marokkanische Staatsangehörige, die im Verdacht stehen, diese Versuche unterstützt zu haben, wurden ebenfalls festgenommen.

Diese neue Verhaftungswelle erfolgt inmitten massiver Sicherheitsverstärkungen. Ein hochrangiger marokkanischer Diplomat gab an, dass nun täglich mehr als 20.000 Sicherheitskräfte entlang der Grenze zu Ceuta im Einsatz seien, was Kosten in Höhe von mehreren hundert Millionen Dollar verursache.

Bis Mitte August hatten über 72.000 Menschen versucht, Ceuta zu erreichen, nachdem ein Aufruf in den sozialen Medien viral gegangen war. Armut und Fehlinformationen hatten die Reisewelle angeheizt. Offiziellen Angaben zufolge starben mindestens 90 Menschen auf beiden Seiten der Grenze – eine Zahl, die Menschenrechtsorganisationen für zu niedrig halten.

Zwischen 5.000 und 8.000 Migranten befinden sich nach der Massenüberquerung noch immer in der Enklave. Die meisten überleben unter prekären Bedingungen am Strand von Trampolin oder am Stadtrand und warten auf eine Chance, das europäische Festland zu erreichen. „Wir schlafen in der Nähe des Meeres, in der Kälte und dem Gestank. Wir leiden sehr“, sagte Ayoub Elarroud aus Tetouan und fügte hinzu, dass die Polizei sie am Zugang zum Stadtzentrum hindere.

Am Sonntag demonstrierten Hunderte dieser Migranten an einem belebten Stadtstrand und schwenkten spanische Flaggen und Transparente mit den Slogans „Wir wollen nicht zurück nach Marokko“ und „Wir sind auch Menschen“. Ihre Parolen forderten eine Lösung und prangerten ihre Erschöpfung an.

Der spanische Innenminister Fernando Grande-Marlaska stellte Anfang der Woche unmissverständlich klar: Migranten, die irregulär eingereist sind, dürfen weder in der Exklave bleiben, noch das spanische Festland erreichen oder einen legalen Status erhalten – außer in seltenen Fällen extremer Schutzbedürftigkeit. Ceuta und Melilla, zwei spanische Exklaven an der marokkanischen Nordküste, sind seit Jahren begehrte Transitpunkte für Tausende von Menschen, die vor Konflikten, Armut und Instabilität in Afrika fliehen.

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