Grönland wird dringend aufgefordert, in einen direkten Dialog mit Washington zu treten und Dänemark zu umgehen.
Grönland wird dringend aufgefordert, in einen direkten Dialog mit Washington zu treten und Dänemark zu umgehen.

Grönland sollte ohne die Vermittlung Dänemarks direkte Gespräche mit den Vereinigten Staaten führen, sagte der Vorsitzende der größten Oppositionspartei Grönlands, da die arktische Insel auf die erneuten Ambitionen des amerikanischen Präsidenten reagieren will. Donald Trump im Hinblick auf seine strategische Zukunft.

Pelé BrobergDer Vorsitzende der Unabhängigkeitspartei Naleraq erklärte, die grönländische Regierung solle einen direkten Dialog mit Washington aufnehmen, da die Vermittlung Kopenhagens „sowohl Grönland als auch die Vereinigten Staaten entfremde“. Naleraq, die sich für eine rasche Unabhängigkeit der Insel einsetzt, stärkte ihre politische Position bei den letzten Wahlen, gewann 25 % der Stimmen und wurde zur stärksten Oppositionskraft im Parlament.

Grönland, ein autonomes Gebiet des Königreichs Dänemark, verfügt über eine eigene Regierung und ein eigenes Parlament, doch Außen- und Verteidigungspolitik fallen weiterhin in die Zuständigkeit Kopenhagens. Diese rechtliche Situation schränkt Grönlands Möglichkeiten ein, ohne dänische Zustimmung internationale Verhandlungen zu führen. Der grönländische Außenminister, Vivian MotzfeldtEr wies darauf hin, dass direkte bilaterale Gespräche mit den Vereinigten Staaten ohne Dänemark rechtlich nicht möglich seien.

Brobergs Äußerungen erfolgen vor dem Hintergrund, dass Trump die erstmals 2019 geäußerte Idee einer US-Kontrolle über Grönland wieder aufgegriffen hat. Er betont die strategische Bedeutung der Insel zwischen Europa und Nordamerika sowie ihren Reichtum an Bodenschätzen. Washington betrachtet die Insel zudem als Schlüsselkomponente seines Raketenabwehrsystems und seiner Strategie zur Verringerung der Abhängigkeit von China.

Trotz ihrer Differenzen unterstützen alle grönländischen Parteien letztlich die Unabhängigkeit, auch wenn sie sich über den Zeitplan und die Methoden uneinig sind. Naleraq hat seine Offenheit für ein „freies Assoziierungsabkommen“ mit den Vereinigten Staaten erklärt, das militärischen Schutz und wirtschaftliche Unterstützung im Austausch für strategische Rechte garantieren würde, ohne formelle Integration in US-Territorium.

Für nächste Woche ist ein Treffen zwischen US-Außenminister Marco Rubio und dem dänischen Außenminister geplant. Lars Løkke Rasmussen Auch der grönländische Außenminister bemühte sich, die Spannungen abzubauen und die Beziehungen zwischen den NATO-Verbündeten zu stabilisieren. Kopenhagen und Nuuk erklärten, sie wollten die Debatte in einem formellen diplomatischen Rahmen fortführen und abrupte Erklärungen vermeiden.

In diesem Kontext sind sich die westlichen Verbündeten einig, dass die NATO-Präsenz in der Arktis verstärkt werden muss, während die Europäische Union erklärt, sie prüfe ihre Reaktion, sollten die amerikanischen Pläne Realität werden. Die Debatte um Grönlands Zukunft, die lange Zeit auf strategische Kreise beschränkt war, hat sich nun zu einem zentralen geopolitischen Thema entwickelt.