Fünfundzwanzig Stunden nach dem Start vom Kennedy Space Center erreichte die Artemis-II-Mission einen historischen Meilenstein: Das Orion-Raumschiff absolvierte erfolgreich sein Triebwerksmanöver für den Mondflug und verließ die Erdumlaufbahn, um eine Flugbahn um den Mond einzuschlagen. Die NASA gibt an, dass dies der erste bemannte Start über die Erdumlaufbahn hinaus in Richtung Mond seit Apollo 17 im Jahr 1972 ist.
Der große Wandel hin zum Weltraum
Das entscheidende Manöver fand am 2. April statt, nach dem ersten Tag im hohen Erdorbit. Diese Zündung brachte die Besatzung auf Kurs zum Mond und leitete eine Rekordreise für Menschen im Weltraum ein. Kurz nach dem Brennvorgang beschrieb der kanadische Astronaut Jeremy Hansen die Aussicht als "phänomenal"und lobte, wozu die Menschheit einmal mehr fähig war.
Ein Testtag vor dem grünen Licht
Vor der Freigabe des Starts zum Mond hielt die NASA die Besatzung absichtlich fast einen Tag lang in Erdnähe, um die wichtigsten Systeme von Orion zu überprüfen. Laut offiziellem Missionsplan umfasste diese Phase Tests der Lebenserhaltungssysteme, körperliche Übungen, Tests der Boden-Luft-Videokommunikation und die Vorbereitung des Triebwerkszündvorgangs für den Mondflug, der als letzte große Zündung des Fluges beschrieben wird. Zu Beginn der Mission traten einige kleinere Zwischenfälle auf, darunter schnell behobene Probleme mit der Toilette, der Wasserversorgung und einigen Kommunikationsgeräten.
Bald unter dem Einfluss der Mondgravitation
Der offizielle Missionsplan sieht vor, dass Orion am fünften Flugtag in den Einflussbereich des Mondes eintritt, wenn dessen Schwerkraft stärker ist als die der Erde. Die NASA plant dann für den sechsten Tag eine möglichst große Annäherung an den Mond in einer Entfernung von etwa 4 bis 000 Kilometern (6 bis 000 Meilen) von der Oberfläche, bevor die Sonde zur Erde zurückkehrt. Dieser Vorbeiflug könnte es der Besatzung ermöglichen, den Rekord für den längsten bemannten Raumflug zu brechen, der 1970 von Apollo 13 aufgestellt wurde.
Ein Testflug für zukünftige Missionen
Zur Erinnerung: Artemis II ist ein bemannter Testflug von etwa zehn Tagen, der Orion und die SLS-Trägerrakete unter realen Bedingungen im Weltraum qualifizieren soll, bevor die nächsten Phasen des Artemis-Programms beginnen. Die Mission nutzt eine sogenannte freie Rückkehrbahn um den Mond, die das Raumschiff nach dem Passieren der Mondrückseite automatisch zur Erde zurückführt.
Vier Astronauten, mehrere historische Premieren
Die Besatzung bestand aus Reid Wiseman, Victor Glover, Christina Koch und Jeremy Hansen. Neben den technischen Aspekten markierte dieser Flug mehrere Premieren: Victor Glover war der erste schwarze Astronaut auf dem Mond, Christina Koch die erste Frau und Jeremy Hansen der erste Kanadier und der erste Nicht-Amerikaner, der an einer bemannten Mondmission dieser Art teilnahm.