Das Projekt Tropicalia, das ein riesiges tropisches Touristengewächshaus in Rang-du-Fliers und Verton in der Region Pas-de-Calais beherbergen sollte, wurde endgültig aufgegeben. Der Komplex, der als eine der wichtigsten Freizeiteinrichtungen an der Opalküste geplant war, sollte ganzjährig eine Temperatur zwischen 26 und 28 Grad Celsius unter einer riesigen Kuppel gewährleisten und Vögel, Schmetterlinge, Fische, Reptilien und exotische Pflanzen beherbergen.
Das Projekt, das sich seit mehreren Jahren in der Entwicklung befand, war erheblich gewachsen. Die jüngsten Schätzungen gingen von einem 20.000 Quadratmeter großen Gewächshaus, einer Investition von fast 90 Millionen Euro, 800 Parkplätzen und bis zu 600.000 Besuchern pro Jahr aus. Die Finanzierung war jedoch trotz des Erwerbs von 16 Hektar Land im Jahr 2023 noch nicht endgültig gesichert.
Ein Sieg für die Umweltgegner
Tropicalia stieß auf Widerstand einer breiten Koalition von Umwelt- und Tierschutzorganisationen. Die Gegner kritisierten insbesondere die künstliche Gestaltung des Geländes, die Ansiedlung tropischer Arten in einem gemäßigten Klima und den Widerspruch, durch eine solch massive Touristenattraktion die Artenvielfalt zu fördern. Die Projektentwickler hingegen versicherten, die unter der Kuppel entstehende Wärme werde aufgefangen und zur Reduzierung des Energieverbrauchs wiederverwendet.
Mit diesem Scheitern findet ein Fall sein Ende, der beispielhaft für die Spannungen rund um große Tourismusprojekte steht. Tropicalia versprach Arbeitsplätze, eine neue Attraktivität für die Region und massive Besucherzahlen, doch die Kosten, die territorialen Auswirkungen und die Schwierigkeiten bei der Realisierung untergruben nach und nach die Glaubwürdigkeit des Projekts. Nach mehreren Verschiebungen und fast einem Jahrzehnt voller Ankündigungen bleibt Europas größtes Tropengewächshaus somit nur ein Projekt.
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