Laut einer Studie des Instituts der Region Paris leben derzeit über eine Million Einwohner der Île-de-France in Gebieten, die direkt von einem schweren Hochwasser bedroht sind, vergleichbar mit dem der Seine im Jahr 1910. Dies entspricht mehr als 8 % der regionalen Bevölkerung. Knapp 555.000 weitere Häuser befinden sich in Gebieten, die durch über die Ufer getretene Flüsse und Bäche von Überschwemmungen bedroht sind.
Die am stärksten betroffenen Gebiete konzentrieren sich entlang der Flüsse Seine und Marne, wo Überschwemmungen durch einen allmählichen Anstieg des Wasserstands gekennzeichnet sind. Experten weisen darauf hin, dass eine Jahrhundertflut nach wie vor schwer vorherzusagen ist, sie den Behörden aber in der Regel Zeit gibt, die notwendigen Schutz- und Evakuierungsmaßnahmen vorzubereiten, um die menschlichen und materiellen Folgen zu begrenzen.
Paris und seine inneren Vororte sind besonders gefährdet.
Laut der Studie leben über 70 % der potenziell gefährdeten Einwohner in Paris oder den angrenzenden Vororten. Im 15. Arrondissement der Hauptstadt ist die Zahl der Betroffenen mit fast 70.000 gefährdeten Einwohnern am höchsten. Alfortville scheint die Gemeinde mit dem größten Anteil an gefährdeten Einwohnern zu sein, gefolgt von Asnières-sur-Seine, Gennevilliers, Colombes und Créteil.
Experten weisen darauf hin, dass trotz der Wirksamkeit der seit Anfang der 2000er-Jahre umgesetzten Hochwasserschutzmaßnahmen über 100.000 Häuser in hochwassergefährdeten Gebieten gebaut wurden. Sollte es erneut zu einer Überschwemmung wie der von 1910 kommen, könnten die Folgen gravierend sein: Bis zu 600.000 Menschen wären im Großraum Paris betroffen, fünf Millionen Einwohner hätten keinen Zugang zu Trinkwasser und fast eine Million keinen Strom.
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