Der bekannte Umweltaktivist Paul Watson, eine Schlüsselfigur im Kampf gegen den Walfang, erschien zur COP30 in Belém, fest entschlossen, seinen Einsatz für den Schutz der Ozeane auszuweiten. Seit über einem Jahrzehnt wird er in Japan gesucht – die Vorwürfe bestreitet er –, doch er beteuert, dass ihn keine juristische Drohung davon abhalten wird, die Gefahren für das Meeresleben anzuprangern.
An Bord seines Schiffes, der John Paul DeJoria, appellierte Watson an die Staats- und Regierungschefs der Welt, den Ozeanen dieselbe Aufmerksamkeit zu schenken wie den Regenwäldern. Er erinnerte sie daran, dass Phytoplankton, unsichtbar, aber lebenswichtig, einen Großteil des Sauerstoffs der Erde produziert und am stärksten unter der Erwärmung der Ozeane und dem Abschmelzen des Meereises leidet. Für ihn ist die Klimakrise daher vor allem auch eine Krise der Ozeane.
Nach dem bedeutenden Sieg im Jahr 2019, als der Internationale Gerichtshof den japanischen kommerziellen Walfang im Südpolarmeer für illegal erklärte, nimmt Watson nun neue Bedrohungen ins Visier. Er plant, sich direkt gegen die norwegische Krillfischerei zu stellen, sobald der Vertrag über das Hohe Meer im Januar in Kraft tritt. Krill ist eine lebenswichtige Nahrungsquelle für Wale und Pinguine, und seine massive Ausbeutung entzieht Meerestieren ihre Nahrung. Er prangert außerdem den rasanten Vormarsch des Tiefseebergbaus an, der insbesondere von den Vereinigten Staaten gefördert wird – ein Prozess, der noch unbekannte Ökosysteme zerstören könnte.
Trotz eines kürzlich von Japan ausgestellten Haftbefehls, der bei seiner Ankunft in Brasilien erlassen wurde, zeigte sich Watson öffentlich in der Nähe lokaler Politiker, darunter Umweltministerin Marina Silva. Eine Quelle der brasilianischen Regierung bestätigte, dass keine Verhaftung geplant sei. Darüber hinaus hob Interpol im vergangenen Juli den 2012 gegen ihn erlassenen internationalen Haftbefehl auf.
„Japan verfolgt mich überall hin“, vertraut er an und erklärt, er sei bereit, seinen Kampf um jeden Preis fortzusetzen. Für den Gründer von Sea Shepherd und später der Captain Paul Watson Foundation ist der Schutz der Ozeane nach wie vor ein dringendes Anliegen, und Brasilien, das die COP30 mitten im Amazonas ausrichtet, ist ein symbolträchtiger Schauplatz dieses neuen Kampfes.