Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj trifft sich am Montag mit dem neuen britischen Premierminister Andy Burnham auf einem Marinestützpunkt. Im Mittelpunkt der Gespräche stehen ein mögliches Kooperationsabkommen über Drohnen und die gemeinsame Nutzung eines neuen Systems zur elektronischen Störabwehr.
Andy Burnham wird Wolodymyr Selenskyj am Montag, dem 27. Juli, empfangen, kaum eine Woche nach seinem Einzug in die Downing Street. Der ukrainische Präsident ist der erste ausländische Staatschef, der vom neuen britischen Premierminister empfangen wird, der seine „unerschütterliche Unterstützung“ für die Ukraine bekräftigen will.
Die beiden Männer treffen sich auf einem Marinestützpunkt, wo sie sich mit ukrainischen und britischen Militärangehörigen, die an einer Minenabwehrübung teilnehmen, über zukünftige Einsätze im Schwarzen Meer austauschen werden.
Selenskyj hat einen konkreten Vorschlag unterbreitet. „Wir sind bereit, unser gesamtes Wissen mit Großbritannien zu teilen und hoffen, dass Großbritannien dasselbe tut. Deshalb brauchen wir ein sehr solides Abkommen über Drohnen“, sagte er gegenüber Sky News. Der ukrainische Präsident erwägt außerdem die Errichtung einer großen Drohnenfabrik in Großbritannien und möchte damit „ein neues Kapitel“ in den Beziehungen zwischen den beiden Ländern aufschlagen.
Seit mehreren Monaten nutzt Kiew seine Expertise im Bereich Drohnen und Drohnenabwehr als diplomatisches Instrument, insbesondere gegenüber den von iranischen Drohnen angegriffenen Golfstaaten. Ziel dieser Strategie ist die Sicherung internationaler militärischer und technologischer Unterstützung.
London gab seinerseits die gemeinsame Nutzung der Schutzrechte an einem elektronischen Störsystem namens „Stone Cloak“ mit der Ukraine bekannt. Laut Downing Street soll dieses System die Ortung und Zielerfassung ukrainischer Drohnen durch die russische Luftverteidigung erschweren und von Kiew in großem Umfang produziert werden, um die Verteidigungslinien und die Verteidigung Europas zu stärken. Das System soll auch die nächste Generation britischer Militärkapazitäten ausrüsten, darunter den im Rahmen des Projekts „Brakestop“ entwickelten, künftigen kostengünstigen Marschflugkörper.
Seit Beginn der großangelegten russischen Invasion im Jahr 2022 gehört das Vereinigte Königreich zu den wichtigsten Unterstützern der Ukraine. Insgesamt hat es rund 25 Milliarden Pfund Sterling (29 Milliarden Euro) mobilisiert, darunter 16 Milliarden an Militärhilfe.
Nach seinem Besuch in London reist Selenskyj am Dienstag nach Washington, um sich mit Donald Trump zu treffen – mehr als vier Jahre nach Beginn des Konflikts, ohne dass es zu diplomatischen Fortschritten zwischen den Kriegsparteien gekommen ist. Am frühen Montagmorgen wurden laut Angaben des Gouverneurs der russischen Provinz Rostow am Don zwei Menschen bei einem Luftangriff getötet, während auf ukrainischer Seite ein Mensch bei einem gezielten Bombenangriff auf Saporischschja ums Leben kam.
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