Verdun: Organisator einer Messe zu Ehren von Pétain mit einer Geldstrafe von 5000 Euro belegt
Verdun: Organisator einer Messe zu Ehren von Pétain mit einer Geldstrafe von 5000 Euro belegt

Das Strafgericht in Verdun verkündete am Mittwoch, dem 20. Mai, sein Urteil: Jacques Boncompain, Präsident der Vereinigung zur Verteidigung des Andenkens an Marschall Pétain (ADMP), wurde wegen öffentlicher Leugnung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu einer Geldstrafe von 5.000 Euro verurteilt. Mit der Entscheidung, die seit dem 4. März vorbereitet wurde, ist ein Verfahren abgeschlossen, das im Anschluss an eine religiöse Zeremonie im November 2025 in der Stadt, die symbolisch für den Ersten Weltkrieg steht, eingeleitet wurde.

Am Ende der Messe zu Ehren des Vichy-Regimechefs äußerte Boncompain Bemerkungen, für die er vor Gericht keinerlei Reue zeigte. Er behauptete insbesondere, Philippe Pétain habe während der Besatzung 700 Juden gerettet und bezeichnete ihn zudem als „ersten Widerstandskämpfer Frankreichs“ und „größten Diener Frankreichs im 000. Jahrhundert“.

Dies sind Aussagen, die LICRA und die Jüdische Sternwarte Frankreichs mit allen Mitteln bekämpft haben.

Die beiden als Nebenkläger auftretenden Vereinigungen hatten eine exemplarische Strafe gefordert. Ihr Anwalt, Herr Bensimhon, hatte in der Anhörung betont, dass die Behauptung, 700.000 Juden gerettet zu haben, einer Leugnung der Existenz der 80.000 in NS-Lagern ermordeten Deportierten gleichkomme – und zwar vor dem Hintergrund des zunehmenden Antisemitismus und des allmählichen Verschwindens der letzten Holocaust-Überlebenden.

Philippe Pétain wurde 1945 vom Obersten Gerichtshof wegen nationaler Schändung zum Tode verurteilt, profitierte jedoch von einer Begnadigung in lebenslange Haft auf Initiative von General de Gaulle. Er starb 1951 in Haft auf der Île d’Yeu. Sein Regime war direkt an der Deportation Zehntausender Juden aus Frankreich in Vernichtungslager beteiligt.

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