Union-Indépendants, die größte Gewerkschaft der Lieferfahrer, und die CFDT haben am Montag eine offizielle Mitteilung an Uber Eats und Deliveroo geschickt und darin volle Transparenz bezüglich ihrer Algorithmen gefordert. Die Gewerkschaften verlangen Einblick in die Details der Berechnung der Liefervergütung, die für die Fahrer weiterhin intransparent ist. Sie prangern außerdem die abrupte Deaktivierung von Konten ohne klare Begründung oder wirksame Rechtsmittel an. Morgan Lemper, ein Lieferfahrer, berichtet, dass sein Konto zwei Monate lang gesperrt war, nachdem ein Selfie als unzureichend beleuchtet eingestuft wurde. „Sie sagten mir, ich sei es nicht gewesen. Das hat mich sehr getroffen“, sagt er.
Sechs Monate Zeit, um die Vorgaben zu erfüllen
Die Plattformen haben sechs Monate Zeit, diese Informationen bereitzustellen. Nach Ablauf dieser Frist werden die Gewerkschaften eine Sammelklage einreichen. Ziel dieser kollektiven Klage ist es, die Unternehmen zu zwingen, die Rechte der Lieferfahrer zu achten und missbräuchliche Praktiken zu beenden. Verbände und Gewerkschaften kritisieren ein System, das die Beschäftigten über die Regeln, die ihre tägliche Arbeit und ihr Einkommen regeln, im Unklaren lässt.
Ein Wendepunkt in den Beziehungen zu den Plattformen
Diese Offensive markiert einen Wendepunkt im Verhältnis zwischen Plattformen und selbstständigen Lieferfahrern. Die Gewerkschaften wollen konkrete Garantien für die algorithmische Arbeitssteuerung erreichen, insbesondere hinsichtlich der Kriterien für die Kontosperrung. Diese Mobilisierung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Arbeitsbedingungen dieser Fahrer zunehmend die Aufmerksamkeit von Behörden und Öffentlichkeit auf sich ziehen.
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