Die Fraktion von Sophia Chikirou im Pariser Stadtrat kündigte am Donnerstag, dem 11. Juni, an, Anzeige bei der Staatsanwaltschaft zu erstatten. Dieser Schritt erfolgt nach Enthüllungen über sexuellen Missbrauch in Pariser Nachmittagsprogrammen. Die Vertreterin der Partei „La France Insoumise“ (Unbeugsames Frankreich) richtet sich nicht direkt gegen die Missbrauchshandlungen selbst, sondern, wie ihre Fraktion in einer Pressemitteilung erklärte, gegen das „Umfeld, das sie umgab“. Die Pariser Abgeordnete hinterfragt die strafrechtliche Verantwortung der Stadt im Umgang mit diesen Fällen.
Eine Untersuchungskommission forderte
Sophia Chikirou schlägt außerdem die Einsetzung einer Untersuchungskommission vor, um die Verantwortlichkeiten des Staates und der lokalen Behörden umfassend zu klären. Ziel ist es, Kinder bei außerschulischen Aktivitäten in Paris zu schützen. Diese Initiative stellt eine politische Offensive gegen das Bürgermeisteramt dar, dem vorgeworfen wird, zu langsam auf Berichte reagiert zu haben. Das Thema entwickelt sich zu einem Streitpunkt zwischen den verschiedenen politischen Kräften in Paris.
Diese Äußerungen fallen in eine Zeit der Spannungen zwischen den Pariser Politikern. Rachida Dati und Emmanuel Grégoire waren bereits im Vorfeld der zweiten Runde der Kommunalwahlen im vergangenen März in einer Fernsehdebatte mit Sophia Chikirou über dieses Thema aneinandergeraten. Der Bürgermeister des 7. Arrondissements und der erste stellvertretende Bürgermeister von Paris schoben sich gegenseitig die Schuld für die Probleme zu. Die von den Kommunen organisierten Nachmittagsbetreuungsprogramme stehen nun im Zentrum der Kritik hinsichtlich der Effektivität der kommunalen Aufsicht.
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