Nathalie Kosciusko-Morizet brach am Dienstag, dem 2. Juni, ihr Schweigen. Die ehemalige Umweltministerin unter Nicolas Sarkozy, die sich nach ihrer Niederlage bei den Parlamentswahlen 2017 aus der Politik zurückgezogen hatte, gab offiziell ihre Unterstützung für Édouard Philippe bei den Präsidentschaftswahlen 2027 bekannt. Diese Rückkehr in die politische Bühne erfolgt fast zehn Jahre nach ihrem freiwilligen Rückzug und markiert einen unerwarteten Wendepunkt in der französischen Politik. Die Unterstützung der ehemaligen Pariser Abgeordneten ist ein symbolisches Zeichen für den ehemaligen Premierminister, der seinen Wahlkampf für den Élysée-Palast schrittweise vorbereitet.
Eine Wahl ohne amtierenden Präsidenten
Die Präsidentschaftswahlen 2027 finden in der ersten Jahreshälfte statt. Der erste Wahlgang ist laut Verfassung für den 11. oder 18. April, der zweite für den 25. April oder 2. Mai angesetzt. Emmanuel Macron, der 2017 gewählt und 2022 wiedergewählt wurde, kann gemäß dem Verfassungsgesetz von 2008 nicht für eine dritte Amtszeit kandidieren. Der scheidende Präsident bestätigte im April 2026 zudem, dass er sich nach seinem Ausscheiden aus dem Élysée-Palast nicht mehr politisch engagieren werde. Damit öffnet er das Feld für Kandidaten aller politischen Lager.
Neuzusammensetzung des Mitte-Rechts-Lagers
Nathalie Kosciusko-Morizets Unterstützung für Édouard Philippe spiegelt eine Neuausrichtung innerhalb der französischen Mitte-Rechts-Partei wider. Die ehemalige Führungsfigur der Grünen unter Sarkozy kehrt in den politischen Wettkampf zurück und unterstützt den Bürgermeister von Le Havre, der einen gemäßigten, pragmatischen rechten Flügel verkörpert. Diese Ankündigung könnte den Wahlkampf des Kandidaten wenige Monate vor der noch ungewissen Wahl maßgeblich beeinflussen.
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