Es wird erwartet, dass die 27 Mitgliedstaaten am Mittwoch eine umfassende Reform ihrer Migrationspolitik verabschieden werden, die von dem in Albanien erprobten Modell Italiens inspiriert ist.

Die EU bereitet die Genehmigung der Einrichtung von Migrantenzentren außerhalb Europas vor.
Die EU bereitet die Genehmigung der Einrichtung von Migrantenzentren außerhalb Europas vor.

Die Europäische Union steht am Mittwoch vor einem entscheidenden Wendepunkt in ihrem Umgang mit Migrationsströmen. Die 27 Mitgliedstaaten bereiten die Verabschiedung einer umfassenden Reform vor, die die Einrichtung von Aufnahmezentren für Migranten außerhalb Europas ermöglicht. Diese Entscheidung spaltet die Hauptstädte: Einige Mitgliedstaaten wollen die Rückführungen unverzüglich beschleunigen, während andere Bedenken hinsichtlich der Machbarkeit und der rechtlichen Folgen eines solchen Systems haben.

Das albanische Modell als Labor

Das italienische Modell in Albanien, das auf Initiative von Premierministerin Giorgia Meloni ins Leben gerufen wurde, dient als Vorbild. Dieses Pilotzentrum beherbergte Anfang des Jahres laut italienischen Behörden rund 90 Personen. Die Erfahrungen haben in Brüssel eine Debatte ausgelöst, wo mehrere Regierungen in dieser Auslagerung ein Instrument sehen, um die Kontrolle über irreguläre Einreisen zurückzugewinnen und den Druck auf die EU-Außengrenzen zu verringern.

Die Reform markiert einen Wendepunkt in der gemeinsamen Asyl- und Einwanderungspolitik. Sie eröffnet den Mitgliedstaaten die Möglichkeit, bilaterale Abkommen mit Drittstaaten abzuschließen, um dort Asylbearbeitungszentren einzurichten. Befürworter sehen darin eine pragmatische Antwort auf die Herausforderungen der Migration, während Kritiker eine Schwächung der europäischen Verpflichtungen hinsichtlich des Asylrechts und des Schutzes schutzbedürftiger Personen befürchten.

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