AfD ruft zu Protesten gegen steigende Energiekosten in Berlin auf
Ein Anhänger der Partei Alternative für Deutschland (AfD) zeigt sich während eines Protestes gegen die Regierung inmitten explodierender Energiepreise am 8. Oktober 2022 in Berlin. REUTERS/Christian Mang

Deutschlands rechtsextreme Partei Alternative für Deutschland (AfD) wurde am Donnerstag, dem 23. Mai, aus der Fraktion „Identität und Demokratie“ (ID) im Europäischen Parlament ausgeschlossen. Diese Entscheidung betrifft neun deutsche Mandatsträger, darunter Maximilian Krah, und folgt auf mehrere Skandale um diesen.

Maximilian Krah, Vorsitzender der AfD-Liste für die nächste Europawahl, stand im Mittelpunkt der Kontroversen, die die ID-Fraktion zu Maßnahmen veranlassten. Zu den schwerwiegendsten Vorfällen gehörte die Aussage Krahs, dass ein SS-Angehöriger „nicht automatisch kriminell“ sei, was bei anderen Gruppierungen des europäischen Identitätsrechts Empörung hervorrief.

Gleichzeitig wird einem von Krahs Assistenten im Europaparlament, Jian Guo, Spionage im Auftrag Pekings vorgeworfen, was zu seiner Festnahme Ende April durch die deutsche Bundesanwaltschaft führte.

Die Ausschlussentscheidung kommt zwei Tage nach Jordan Bardela, Präsident und Listenführer der Nationalen Sammlungspartei (RN) für die Europawahlen im Juni, hat den Bruch des Bündnisses zwischen seiner Partei und der AfD bekannt gegeben. Das Büro der ID-Fraktion unter Vorsitz des Italieners Marco Zanni von der Lega bestätigte den Ausschluss mit sofortiger Wirkung.

Jean-Paul Garraud, Vorsitzender der französischen Delegation innerhalb der ID-Fraktion, erklärte, dass alle Delegationen konsultiert worden seien und dass die Entscheidung aufgrund von Krahs inakzeptablen Äußerungen getroffen worden sei, die seiner Meinung nach die gesamte AfD verpflichtet hätten.

Trotz des Ausschlusses bleibt die AfD optimistisch, dass sie nach der Wahl am 9. Juni eine starke Fraktion im Europäischen Parlament aufbauen kann. Die Partei ergriff jedoch Maßnahmen gegen Maximilian Krah und entzog ihm bis auf Weiteres alle Versammlungen und Wahlkampfveranstaltungen, obwohl er Listenführer bleiben wird.

Die ID-Fraktion, der bisher 59 Abgeordnete aus acht Ländern angehörten, musste durch diesen Ausschluss einen Rückgang ihrer Zahl hinnehmen. Die Hauptdelegationen der Gruppe kommen aus der italienischen Lega und der französischen RN. Umfragen sagen einen Anstieg der nationalistischen Kräfte bei den nächsten Wahlen voraus, und trotz anhaltender Differenzen wird über eine mögliche Annäherung zwischen der ID-Fraktion und den Europäischen Konservativen und Reformisten (CRE) diskutiert.

Zusammenfassend stellt dieser Ausschluss einen bedeutenden Schritt für die AfD und die ID-Fraktion dar und verdeutlicht die internen Spannungen und Herausforderungen, mit denen die Bündnisse im Europäischen Parlament konfrontiert sind.