Französische Unternehmen zahlen ihre Lieferanten immer später. Das Inkassounternehmen Arc berichtet von Zahlungsverzögerungen, die ein Niveau erreicht haben, das seit zwölf Jahren nicht mehr beobachtet wurde. Diese Verschlechterung betrifft alle Branchen und Unternehmensgrößen und ist ein Zeichen weit verbreiteter Liquiditätsprobleme in einem angespannten Wirtschaftsklima.
Die durchschnittlichen Zahlungsfristen haben sich im vergangenen Jahr deutlich verlängert. Unternehmen überschreiten regelmäßig die gesetzliche Frist von sechzig Tagen, was insbesondere kleine Unternehmen und Subunternehmer stark belastet. Diese Verzögerungen lösen einen Dominoeffekt entlang der gesamten Wertschöpfungskette aus und zwingen manche Unternehmen, auf ihre Rücklagen zurückzugreifen oder Bankkredite aufzunehmen, um ihren Betrieb aufrechtzuerhalten.
Ein Dominoeffekt auf den Cashflow
Diese Situation verdeutlicht den zunehmenden finanziellen Druck, dem Wirtschaftsakteure ausgesetzt sind. Anhaltende Inflation, steigende Produktionskosten und ein rückläufiger Konsum zwingen Manager, ihre Ausgaben zu priorisieren. Die Zahlung von Gehältern und Sozialversicherungsbeiträgen hat Priorität, wodurch die Begleichung von Lieferantenrechnungen verzögert wird. Experten im Bereich Forderungsmanagement beobachten, dass sich diese Praxis seit mehreren Quartalen verstärkt.
KMU an vorderster Front
Die Folgen für Gläubiger können gravierend sein. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit begrenzter finanzieller Flexibilität sind besonders gefährdet. Manche haben Schwierigkeiten, ihre Zahlungsfristen einzuhalten, und ihre Lage verschlechtert sich rapide. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen bleibt hoch, was zum Teil auf diese chronischen Liquiditätsprobleme zurückzuführen ist.
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