Die Nationalversammlung (RN) hat beschlossen, ihr historisches Bündnis mit der deutschen Partei Alternative für Deutschland (AfD) nach einer Reihe von Provokationen seitens ihrer Führer zu beenden. Diese Entscheidung könnte zu einer Neuzusammensetzung der nationalen Rechtsgruppen im Europäischen Parlament führen.
Jordan Bardela, Vorsitzender des RN, ließ durch seinen Wahlkampfmanager Alexandre Loubet bestätigen, dass der RN in der nächsten Legislaturperiode nicht mehr mit der AfD im Europäischen Parlament vertreten sein wird. Diese Ankündigung folgt auf die umstrittenen Äußerungen von Maximilian Krah, dem Vorsitzenden der AfD-Liste, der in einem Interview behauptet hatte, das Tragen einer SS-Uniform mache einen nicht automatisch zum Kriminellen.
Die Spannungen zwischen den beiden Parteien hatten sich seit Monaten verschärft, verschärft durch Skandale um die AfD. Im Januar nahmen AfD-Mitglieder an einem Treffen der deutschen Rechtsextremen teil, bei dem es um einen Plan zur Massenabschiebung von Ausländern ging, und provozierten damit den Zorn der Marine Le PenIm April wurde gegen Maximilian Krah ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts russischer und chinesischer Finanzierung eingeleitet, einer seiner Mitarbeiter wurde wegen Spionage festgenommen.
Diese Ereignisse veranlassten die RN dazu, sich von ihrem Verbündeten zu distanzieren, obwohl dieses Bündnis für den Erhalt der Fraktion „Identität und Demokratie“ (ID) im Europäischen Parlament wichtig war. Die ID-Fraktion, der Mitglieder der RN und der AfD angehören, läuft Gefahr, bei einem Ausschluss der AfD nicht mehr die erforderliche Zahl von sieben Ländern für die Bildung einer Fraktion zu erreichen.
Diese Spaltung könnte die nationalen rechten Allianzen in Europa neu formieren. Eine Fusion der Fraktionen ID und EKR (Europäische Konservative und Reformisten) wird diskutiert, obwohl weiterhin Meinungsverschiedenheiten bestehen, insbesondere hinsichtlich der Unterstützung für Ursula von der LeyenEine weitere Möglichkeit wäre die Bildung einer neuen Gruppe um Abgeordnete von Fidesz, der Partei des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban.
Die RN diskutiert weiterhin mit verschiedenen Parteien über die Definition neuer Allianzen, darunter mit Vox, dem spanischen Parteimitglied der ECR, dessen Reconquest! Ist ein Mitglied, mit dem Marine Le Pen kürzlich an einem Treffen teilnahm. Die Situation bleibt ungewiss, und es bestehen mehrere Optionen für die Neuzusammensetzung der nationalen rechten Kräfte im Europäischen Parlament.