Die Nationalversammlung beschloss einstimmig die Aufhebung des Code Noir, jenes 1685 von Ludwig XIV. erlassenen Gesetzes zur Regelung der Sklaverei in den französischen Kolonien. Diese symbolische Abstimmung markiert einen wichtigen Schritt zur Anerkennung der mit dem Sklavenhandel und der Sklaverei verbundenen Verbrechen. Obwohl der Code Noir seit der Abschaffung der Sklaverei im Jahr 1848 keine Rechtskraft mehr besaß, erfüllt seine formelle Aufhebung eine langjährige Forderung von Gedenkvereinen und Nachkommen von Sklaven.
Eine einstimmige Geste des Gedenkens
Der Code Noir regelte das Leben der Sklaven in den Kolonien detailliert, definierte ihren Status als Eigentum und legte die Prügelstrafe fest. Seine Aufhebung ist ein starkes Zeichen des Gedenkens und zielt darauf ab, dieses dunkle Kapitel der französischen Geschichte endgültig zu beenden. Abgeordnete aller politischen Richtungen waren sich über die Notwendigkeit dieses Schrittes einig, der an das Taubira-Gesetz von 2001 anknüpft, welches den Sklavenhandel und die Sklaverei als Verbrechen gegen die Menschlichkeit anerkennt.
Diese Entscheidung fällt in eine Zeit, in der die Aufarbeitung der Geschichte in der französischen Öffentlichkeit immer mehr an Bedeutung gewinnt. Die Aufhebung des Code Noir hat zwar keine konkreten rechtlichen Konsequenzen, aber eine hohe symbolische Bedeutung. Sie spiegelt das Bekenntnis des Parlaments wider, Frankreichs historisches Erbe umfassend anzuerkennen und das Leid, das durch das koloniale Sklavensystem verursacht wurde, offiziell zu würdigen.
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