Nach der Zerschlagung eines dschihadistischen Anschlags in Lille, an dem zwei 16-jährige Jugendliche beteiligt waren und ein dritter Verdächtiger diese Woche festgenommen wurde, warnte Imam Hassen Chalghoumi eindringlich vor den Gefahren der Radikalisierung junger Menschen über soziale Medien. In einer auf X veröffentlichten Nachricht sprach er von einer „verletzlichen“ Jugend, die Hassreden, Opfernarrativen und islamistischer Propaganda ausgesetzt sei, welche manche zu Gewalttaten treiben könne.
Der Imam verurteilt insbesondere den Einfluss islamistischer und muslimbruderschaftlicher Ideologien, die seiner Ansicht nach die Wut, Isolation und Frustration mancher Jugendlicher ausnutzen, um eine Ablehnung der Republik, der Strafverfolgungsbehörden und der Juden zu schüren. Er erinnert an die dramatischen Folgen dieser Radikalisierungsspirale und nennt die Anschläge im Bataclan, bei Charlie Hebdo, in Nizza und in Toulouse als Beispiele.
Für Hassen Chalghoumi muss der Kampf gegen diese Bedrohung eine gemeinsame Anstrengung sein. Er appelliert an die Eltern, die Inhalte, auf die ihre Kinder zugreifen, genauer zu überwachen, an die Schulen, kritisches Denken zu fördern, und an die religiösen Führer, extremistischer Rhetorik entschieden entgegenzutreten. Er drängt die politischen Entscheidungsträger außerdem, schnell zu handeln, „bevor es zu spät ist“.
Der Imam schloss seine Rede mit einem Dank an Polizei, Gendarmen, DGSI-Agenten und die Mitarbeiter des Innenministeriums. Er lobte ihre Wachsamkeit und ihren Mut angesichts der terroristischen Bedrohung. Diese eindringliche Erklärung erfolgte vor dem Hintergrund zunehmender Sicherheitsspannungen und einer steigenden Zahl von Radikalisierungsfällen, in die immer jüngere Menschen verwickelt sind.
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