Einwanderung nach Italien: Zeit für eine Bilanz für Giorgia Meloni

Giorgia-Meloni-Italien-Wahlen-September-2022-ANDREAS-SOLAROAFP

Seit ihrem Amtsantritt hat sich Giorgia Meloni durch einen hybriden Ansatz in der Einwanderungspolitik hervorgetan. Während sie die italienischen Grenzen verschärfte und die Abkommen mit Transitländern stärkte, öffnete sie gleichzeitig die Tür für legale Arbeitsmigration, die über ein Jahrzehnt lang geschlossen gewesen war. Diese Entscheidung, die zwar für die Stützung bestimmter Wirtschaftszweige entscheidend war, offenbarte schnell ihre Schwächen. Ein Jahr später nehmen Missbrauch und Betrug zu, was die Premierministerin zu dringenden Korrekturmaßnahmen zwingt.

Großzügige Quoten, exponentieller Betrug

Das 2023 unterzeichnete Abkommen mit Tunesien, das die legale Einreise von 452 ausländischen Arbeitskräften innerhalb von drei Jahren vorsah, schien eine pragmatische Lösung zur Regulierung der Einwanderung und zur Befriedigung wirtschaftlicher Bedürfnisse zu sein. Die Realität sah jedoch ganz anders aus. Krumme Mittelsmänner haben das System übernommen, um Versprechen auf Arbeitserlaubnisse zu verkaufen und Tausende von Migranten in die Illegalität zu stürzen. Besonders deutlich ist dieses Phänomen in Kampanien, wo weniger als 000 % der legal eingereisten Arbeitnehmer eine Aufenthaltserlaubnis erhalten. Tausende fiktive Unternehmen sind ans Licht gekommen, die Genehmigungen verkaufen, ohne eine echte Beschäftigung anzubieten.

Angesichts dieser Situation reichte Meloni im Juni 2024 selbst eine Beschwerde beim nationalen Anti-Mafia-Staatsanwalt ein, in der sie eine massive Unterwanderung des Systems durch kriminelle Netzwerke anprangerte.

An diesem Mittwoch stellte die italienische Regierung eine Reihe von Maßnahmen zur Bekämpfung von Missbrauch vor. Das Ziel ist zweifach: die Ausbeutung von Migranten zu verhindern und gleichzeitig sicherzustellen, dass diejenigen, die legal einreisen, unter menschenwürdigen Bedingungen arbeiten können. Zu diesen Maßnahmen gehören die Einrichtung eines Vorabantragssystems, der Abgleich von Steuer- und Sozialdatenbanken sowie die elektronische Signatur von Aufenthaltsverträgen. Diese Anpassungen sollen Betrug verhindern und sicherstellen, dass Stellenangebote echt sind, bevor die Arbeitnehmer eintreffen.

Eine der größten Herausforderungen bleibt die Ausbeutung von Migranten durch Unternehmen, die sie heimlich einstellen, um den Vorschriften zu entgehen. Um hier Abhilfe zu schaffen, wird eine alte Regelung wieder eingeführt: Arbeitnehmer, die Opfer von Ausbeutung sind und ihren Arbeitgeber denunzieren, können eine sechsmonatige befristete Aufenthaltserlaubnis erhalten. Allerdings wurde diese bereits seit 1998 geltende Maßnahme nur selten angewendet.

Die Regierung beschloss außerdem, die Arbeitsvisa für mehrere asiatische Länder, darunter Bangladesch, Sri Lanka und Pakistan, vorübergehend auszusetzen, wo sich ein Visa-Schwarzmarkt entwickelt hat. Darüber hinaus müssen Asylbewerber nun die Überprüfung ihrer Telefone durch die Behörden zulassen, um ihre Identität und Herkunft zu überprüfen.

Ein umstrittenes, aber wirksames Modell?

Trotz der Kritik humanitärer Organisationen setzt Giorgia Meloni auf konkrete Ergebnisse, um ihre Politik zu verteidigen. Tatsächlich sind die illegalen Einreisen auf italienischem Territorium seit Anfang 65 um 2024 % zurückgegangen, ein Rückgang aufgrund von Abkommen mit Tunesien und einer Verschärfung der Kontrollen. Wenn dieser Ansatz bestimmte europäische Länder anspricht, beispielsweise das Vereinigte Königreich, das darüber nachdenkt, sich davon inspirieren zu lassen, so löst dies nicht ohne Zurückhaltung aus.

In der internationalen Presse wurde ausführlich über die unmenschliche Behandlung von Migranten, insbesondere in Tunesien, berichtet. Doch Meloni bleibt hartnäckig und unterschreibt: Für sie basiert die Bewältigung der Migrationsströme auf strikter Kontrolle und Vereinbarungen mit den Herkunftsländern, auch wenn dies heftige Kritik erleidet.

Mit dem Ziel, bis zu 36 Asylanträge pro Jahr in Zentren in Albanien zu bearbeiten, gestaltet Meloni weiterhin die italienische und europäische Migrationslandschaft um und hofft, seine Kollegen dazu zu inspirieren, diesen umstrittenen, aber effektiven Weg zu gehen.

Teile diesen Artikel

Ihre Nachrichten, abgestimmt auf Ihre Interessen

Wählen Sie die Rubriken und die Sprache Ihres Newsletters. Sie können Ihre Einstellungen jederzeit ändern.

Bewerbung für ein Vorstellungsgespräch

Informationen überall, wo Sie hingehen

Finden Sie die aktuellsten Nachrichten, Benachrichtigungen und Ihre Lieblingsrubriken in einem für Mobilgeräte optimierten Nutzererlebnis.

Benachrichtigungsbildschirm der Interview-App: Aktuelle Nachrichtenbenachrichtigungen
Anpassungsbildschirm für Abschnitte der Interview-App
Nachrichtenbildschirm der Interview-App: die Titelgeschichte