Kubas Stromnetz brach am Sonntagabend zusammen und legte die gesamte Insel lahm. Dies ist der jüngste einer Reihe von großflächigen Stromausfällen, die das Land seit mehreren Wochen plagen.
Der kubanische Staatskonzern Unión Eléctrica (UNE) gab am späten Sonntagabend im Fernsehsender X den vollständigen Zusammenbruch des nationalen Stromnetzes bekannt. Die Ursache des Ausfalls, das genaue Ausmaß der Störungen und die voraussichtliche Dauer der Stromversorgung wurden nicht genannt.
Schon vor diesem großflächigen Stromausfall meldete Havannas Elektrizitätswerk zahlreiche Ausfälle in mehreren Gemeinden, darunter Guanabacoa, Habana del Este, La Lisa und Marianao. Beschädigte Transformatoren, Stromkreisstörungen und geplante Abschaltungen aufgrund unzureichender Erzeugungskapazität waren die Ursache.
Angesichts eines drohenden Totalausfalls gehen die Behörden in der Regel stufenweise vor: Zuerst bauen sie kleine, isolierte Netze wieder auf, um Krankenhäuser, Wasserversorgungssysteme und Lebensmitteleinrichtungen zu versorgen, bevor sie nach und nach die großen Kraftwerke wieder anschließen.
Dieser Stromausfall folgt auf eine Reihe von Stromausfällen, die die Insel das ganze Jahr über heimgesucht haben. Im Juli brach das Stromnetz innerhalb von neun Tagen dreimal zusammen, darunter zwei großflächige Ausfälle innerhalb einer einzigen Woche. Bei einem dieser Ausfälle waren rund zehn Millionen Menschen ohne Strom, da die Behörden selbst nach der Wiederherstellung des Netzes aufgrund unzureichender Erzeugungskapazität Schwierigkeiten hatten, die Stromversorgung wiederherzustellen.
Kubas Stromnetz verschlechtert sich aufgrund von Brennstoff- und Ersatzteilmangel sowie wiederholten Ausfällen alternder Wärmekraftwerke. Einige dieser Kraftwerke sind über dreißig Jahre alt und wurden nur unzureichend gewartet.
Die kubanische Regierung macht Washington für diese Situation verantwortlich. US-Präsident Donald Trump verhängte nach der Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch die USA am 3. Januar eine Ölblockade gegen die Insel. Venezuela war bis dahin Kubas wichtigster Öllieferant gewesen, und auch die Importe aus Mexiko wurden unter dem zunehmenden Druck Washingtons eingestellt. Andere Beobachter verweisen auf jahrzehntelange Unterinvestitionen und Misswirtschaft im Energiesektor.
Längere Stromausfälle beeinträchtigen Transport, Wasserversorgung, Kommunikation und medizinische Versorgung. Haushalte können weder Lebensmittel konservieren, kochen noch in der Sommerhitze schlafen.
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