Durch den ständigen Transport von Fellen, Jagdtrophäen, exotischen Vögeln und neuen Haustieren von einem Kontinent zum anderen tragen wir letztendlich mehr als nur Safari-Souvenirs mit uns herum. Eine Studie des Ökologen Jérôme Gippet von der Universität Freiburg (Schweiz) bringt den legalen internationalen Handel mit Wildtieren mit einem erhöhten Risiko der Krankheitserregerübertragung auf den Menschen in Verbindung.
Der Mechanismus selbst ist nicht mysteriös: Fang, Transport, Weiterverkauf, oft unter Bedingungen, die Tiere und Menschen einander näher bringen, mit der Folge von Nähe und Stress, ein idealer Cocktail für die Verbreitung von Viren, Bakterien, Parasiten und Pilzen zwischen den Arten.
Vierzig Jahre an Daten, ein beunruhigendes Ergebnis
Vierzig Jahre Daten, ein beunruhigendes Ergebnis. Die Zahl schlägt wie ein Alarmsignal, das wir lieber ignorieren würden: 41 % der im Handel erhältlichen Säugetiere weisen mindestens einen Krankheitserreger auf, der auch für den Menschen ansteckend ist. Dies geht aus einer Zusammenstellung von Daten aus vier Jahrzehnten zum globalen Handel hervor. Forscher stellen zudem einen Zusammenhang zwischen der Verweildauer auf dem Markt und der Anzahl der identifizierten gemeinsamen Krankheitserreger fest – als ob die Tiere sich letztlich in ein mikrobielles Wartezimmer verwandeln würden.
Beispiele gibt es zuhauf, von Ebola über Salmonelleninfektionen, die mit bestimmten Reptilien in Verbindung gebracht werden, bis hin zur Vogelgrippe und sogar Fällen von Affenpocken, die 2003 in den USA nach dem Kauf von Wildnagern auftraten. Internationale Organisationen propagieren den „One Health“-Ansatz, während der Forscher angesichts eines kleineren, aber potenziell riskanteren illegalen Handels und der anhaltenden Befürchtung, dass die Globalisierung des Lebens immer ihren Preis hat, strengere Kontrollen eines als unzureichend überwacht geltenden Handels fordert.
Gemeinschaft
Bemerkungen
Die Kommentarfunktion ist geöffnet, aber vor Spam geschützt. Beiträge und Kommentare mit Links werden manuell geprüft.
Sei der Erste, der diesen Artikel kommentiert.