Laut einer diese Woche veröffentlichten wissenschaftlichen Studie weisen französische Regionen mit dem höchsten Pestizideinsatz deutlich weniger häufige Vogelarten auf. Die von Forschern des Nationalen Naturkundemuseums durchgeführte Analyse zeigt einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Menge der lokal gekauften Pestizide und dem Rückgang der Vogelpopulationen.
Um zu diesen Schlussfolgerungen zu gelangen, verglich das Team öffentlich zugängliche Daten zum Verkauf von 242 Wirkstoffen mit Beobachtungen von 64 Vogelarten aus Citizen-Science-Projekten. Das Ergebnis: In mehr als acht von zehn Fällen stellten die Forscher eine negative Korrelation zwischen der Konzentration der Chemikalien und dem Vorkommen von Vögeln fest.
Eine Auswirkung, die weit über die Anbauflächen hinausreicht.
Die in einer internationalen Fachzeitschrift veröffentlichte Studie legt nahe, dass die Umweltbelastung durch Pestizide nicht auf rein landwirtschaftlich genutzte Arten beschränkt ist. Auch Vögel, die gelegentlich in Anbaugebieten nach Nahrung suchen oder nisten, wie beispielsweise bestimmte Meisen- oder Singvogelarten, wären betroffen.
Angesichts dieser Erkenntnisse sind Wissenschaftler der Ansicht, dass eine Reduzierung des Pestizideinsatzes unerlässlich ist, um den gegenwärtigen Verlust der landwirtschaftlichen Artenvielfalt aufzuhalten. Sie fordern rasche Änderungen der Anbaumethoden und betonen, dass die beobachteten Auswirkungen bereits weit verbreitet und landesweit messbar sind.