Der Anwalt von Lyhannas Familie, François Roujou de Boubée, sprach am Dienstag vor dem Rathaus in Fleurance (Département Gers). In einer Pressekonferenz hob er die unzureichende Finanzierung des Justizsystems hervor, die seiner Ansicht nach das eigentliche Problem darstellt. Anstatt neue Gesetze oder eine weitere Reform zu fordern, betonte er die Notwendigkeit, der Justiz die erforderlichen Ressourcen für ein ordnungsgemäßes Funktionieren zur Verfügung zu stellen. Laut Roujou de Boubée wünscht sich die trauernde Familie, dass die Frage der tatsächlichen Verantwortung – nämlich derjenigen, die für die Effektivität des Justizsystems verantwortlich sind – geklärt wird.
Die Regierung kündigt neue Maßnahmen an
Diese Intervention erfolgt vor dem Hintergrund, dass die Regierung neue Gesetzesmaßnahmen prüft. Die beigeordnete Ministerin für Gleichstellung, Aurore Bergé, äußerte am Dienstag ihre Hoffnung, den Grundsatz der Straffreiheit sexueller Gewalt gegen Minderjährige in den Gesetzentwurf zum Kinderschutz aufzunehmen. Auf Wunsch des Premierministers ist für dieses Wochenende ein Treffen mit den an diesem Thema beteiligten Parlamentariern angesetzt. Ziel ist es, diese Maßnahme von Beginn der Gesetzesberatung an zu berücksichtigen.
Der Fall Lyhanna, benannt nach der elfjährigen Schülerin, die in Gers ums Leben kam, hat das ganze Land erschüttert. Die Position von Rechtsanwältin Roujou de Boubée steht im deutlichen Gegensatz zu den Ankündigungen der Regierung und lenkt die Debatte auf konkrete Maßnahmen statt auf Gesetzesvorhaben. Die Familie weigert sich entschieden, diese Tragödie als bloßen Vorwand für Ankündigungen zu nutzen, die ins Leere laufen.
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