Die französische Finanzstaatsanwaltschaft intensiviert ihre Ermittlungen zu den Steuerpraktiken der Société Générale. Am Dienstag, dem 24. Juni, wurde in den Geschäftsräumen der Bank in La Défense und Luxemburg eine groß angelegte Durchsuchungsaktion durchgeführt. Diese ist Teil einer im Januar 2024 eingeleiteten Untersuchung wegen Geldwäsche und Steuerbetrugs. Der Verdacht besteht, dass dieser Betrug systematisch in einer internen Abteilung der Bank organisiert wurde. Gleichzeitig wurden die Wohnungen von fünf Führungskräften der Bank durchsucht. Vier Personen wurden festgenommen. Im Fokus stehen vor allem Steuerbetrugsmodelle, die französischen Unternehmen angeboten wurden und ihnen mutmaßlich eine unzulässige Optimierung ihrer Steuersituation ermöglichten. Das möglicherweise seit 2009 bestehende System dürfte internationale Auswirkungen haben.
Von der Nationalen Finanzstaatsanwaltschaft als zweifelhaft eingestufte Machenschaften
Es ist nicht das erste Mal, dass die Société Générale wegen Steueroptimierungspraktiken ins Visier der Justizbehörden gerät. Nach den Enthüllungen über den umstrittenen „CumCum“-Mechanismus zur Vermeidung der Dividendenbesteuerung gerät die Bank erneut wegen noch raffinierterer Machenschaften ins Visier, die vermutlich als schwere Geldwäsche und kriminelle Verschwörung eingestuft werden. Die Ermittlungen des Nationalen Amtes für Betrugsbekämpfung (OFA) sollen klären, ob die von bestimmten Abteilungen des Instituts umgesetzten Steuerpraktiken ausschließlich darauf abzielten, die Steuerlast von Firmenkunden durch Umgehung geltender gesetzlicher Bestimmungen künstlich zu senken. Das Schweigen der Bank zu diesen juristischen Machenschaften lässt Raum für Unklarheiten. Das Ausmaß der eingesetzten Mittel zeugt jedoch vom erklärten Wunsch der Behörden, diese gesetzeswidrigen Praktiken vollständig aufzudecken.