SFR wegen irreführender Werbung mit einer Geldstrafe von 10 Millionen Euro belegt (im Zusammenhang mit „Red by SFR“)
SFR wegen irreführender Werbung mit einer Geldstrafe von 10 Millionen Euro belegt (im Zusammenhang mit „Red by SFR“)

Das Urteil ist verkündet worden und sorgt in der Mobilfunkbranche für Aufsehen. SFR wurde wegen „irreführender Geschäftspraktiken“ im Zusammenhang mit der Werbung für seine Marke „Red by SFR“ zu einer Geldstrafe von 10 Millionen Euro verurteilt, von denen 5 Millionen Euro zur Bewährung ausgesetzt wurden. Die Information wurde am Montag, dem 13. April, vom Unternehmen und dem Verbraucherverband UFC-Que Choisir bestätigt.

Rückblick: Das Pariser Strafgericht fällte sein Urteil am 19. März, wie aus einem von Red by SFR in den sozialen Medien geteilten Auszug hervorgeht. Das Gericht beanstandet Formulierungen, die zwischen dem 1. Januar 2017 und dem 31. Dezember 2020 verwendet wurden, als bestimmte Tarife als Abonnements mit Festpreis beworben wurden. Die darin enthaltenen Formulierungen wurden als „falsch oder irreführend“ eingestuft. Für den Kunden hängt oft alles davon ab, ob es sich um wenige, großgedruckte Worte handelt, die wie eine Garantie klingen.

Die Versprechen der „lebenslangen Garantie“ werden von der Rechnung überholt.

Im Fokus stehen einprägsame, beruhigende Slogans wie „Keine zeitliche Begrenzung“, „Keine Preiserhöhungen nach einem Jahr“ und „Lebenslange Garantie“. Diese Versprechen wurden jedoch durch einseitige Preiserhöhungen ab 2019, die auf Verbraucherbeschwerden folgten, widerlegt. Die Diskrepanz zwischen Werbung und Realität ist der Kernpunkt des Falls und verwandelt eine Marketingstrategie in einen Rechtsstreit.

UFC-Que Choisir, die nach Einreichung einer Beschwerde im Jahr 2021 das Gerichtsverfahren eingeleitet hatte, begrüßte das Urteil als „starkes Signal für mehr Transparenz in den Geschäftspraktiken der Telekommunikationsbranche“. Das Gericht verurteilte SFR zudem zur Zahlung von 50.000 € an den Verbraucherverband. Auf Anfrage lehnte der Betreiber eine Stellungnahme ab und überließ das Urteil der Sache.

Eine grundlegende Frage bleibt offen, die über SFR hinausgeht und die gesamte Branche betrifft: Haben die Anbieter durch den ständigen Verkauf von Festnetz- und lebenslangen Verträgen, als wären sie unumstößliche Wahrheiten, letztendlich Versprechen trivialisiert, die zwar kein Kunde im Kleingedruckten liest, die aber jeder in Großbuchstaben im Gedächtnis behält? Diese Entscheidung könnte Marken dazu veranlassen, ihre Formulierungen zu präzisieren, und Verbraucher dazu bringen, dem nächsten vermeintlich unwiderstehlichen Angebot auf dem Bildschirm mit größerer Skepsis zu begegnen.

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