Löhne: Gezieltere Erhöhungen im Jahr 2026, trotz einer durchschnittlichen Steigerung von rund 3 %
Löhne: Gezieltere Erhöhungen im Jahr 2026, trotz einer durchschnittlichen Steigerung von rund 3 %

Die Gehälter in Frankreich werden voraussichtlich auch 2026 weiter steigen, allerdings deutlich selektiver. Laut einer Umfrage des Beratungsunternehmens WTW unter mehr als 900 Unternehmen wird der durchschnittliche Gehaltsanstieg bei rund 3,1 % liegen – ein Wert, der dem des Vorjahres ähnelt, nun aber primär von individuellen Entscheidungen bestimmt wird.

Tatsächlich planen nur noch 29 % der Unternehmen eine kollektive Gehaltserhöhung, verglichen mit mehr als sechs von zehn im Vorjahr. Der Trend geht hin zur Individualisierung: Erhöhungen werden primär auf Basis von Leistung, Schlüsselqualifikationen oder internen Transformationsprozessen gewährt, anstatt als allgemeiner Inflationsausgleich.

Gehaltstransparenz und differenziertere Entscheidungsfindung

Die Studie hebt auch die erwarteten Auswirkungen der kommenden EU-Richtlinie zur Lohntransparenz hervor. Fast die Hälfte der befragten Unternehmen plant, einen Teil ihres Budgets für Lohnausgleichsmaßnahmen bereitzustellen, insbesondere um ungerechtfertigte Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern zu beheben. Diese interne Anpassungsstrategie gewinnt angesichts der verstärkten regulatorischen Kontrollen zunehmend an Bedeutung.

Französische Unternehmen agieren jedoch vorsichtiger als Tochtergesellschaften ausländischer Konzerne in Frankreich, was sich in geringeren durchschnittlichen Wachstumsraten widerspiegelt. International liegt Frankreich leicht unter dem europäischen und nordamerikanischen Durchschnitt, wobei die Unterschiede zwischen den Branchen gering bleiben.