Safran investiert 120 Millionen Euro in Montluçon und plant, mehr als 150 Arbeitsplätze zu schaffen.
Safran investiert 120 Millionen Euro in Montluçon und plant, mehr als 150 Arbeitsplätze zu schaffen.

Der französische Konzern Safran baut seine industriellen Kapazitäten im Verteidigungssektor weiter aus. CEO Olivier Andriès kündigte eine Investition von 120 Millionen Euro in den Standort Montluçon in der Region Allier an, verbunden mit der Schaffung von über 150 neuen Arbeitsplätzen in den kommenden Jahren. Diese Entscheidung erfolgt vor dem Hintergrund einer stark gestiegenen Nachfrage nach den vom Konzern produzierten Hightech-Militärgeräten.

Das Werk in Montluçon nimmt innerhalb der Verteidigungssparte von Safran eine strategische Position ein. Dort werden insbesondere Präzisionslenksysteme für die AASM Hammer, die modulare Luft-Boden-Waffe des Konzerns, sowie halbkugelförmige Resonanzgyroskope gefertigt. Diese Ausrüstung ermöglicht präzise Navigation und Lenkung ohne Satellitennetze – ein Vorteil, der angesichts der zunehmenden Gefahr elektronischer Störungen in Einsatzgebieten unerlässlich geworden ist.

Dank dieser Investition plant Safran, seine Produktionskapazität für halbkugelförmige Resonanzgyroskope zu verdreifachen. Die jährliche Produktion soll von derzeit 10.000 Einheiten auf fast 30.000 bis 2032 steigen. Diese Komponenten werden aktuell in mehreren französischen strategischen Programmen eingesetzt, darunter Systeme zur nuklearen Abschreckung, Caesar-Haubitzen, militärische Landfahrzeuge und bestimmte Ausrüstungen an Bord von Kriegsschiffen.

Die Militärproduktion nimmt rasant zu.

Dieser Produktionsanstieg steht in direktem Zusammenhang mit der sich wandelnden internationalen geopolitischen Lage. Seit Beginn des Krieges in der Ukraine hat die Nachfrage nach Präzisionswaffen sprunghaft zugenommen. Die Produktion des AASM Hammer verdeutlicht diesen Trend: Sie stieg von rund 200 Einheiten pro Jahr im Jahr 2022 auf voraussichtlich fast 1.400 Einheiten im Jahr 2026. Angesichts dieser gestiegenen Nachfrage ist Safran bestrebt, seine Lieferketten zu sichern und gleichzeitig seine industrielle Souveränität zu stärken.

Über seine militärische Bedeutung hinaus stellt dieses Projekt eine bedeutende wirtschaftliche Chance für die Region Montluçon dar. Die angekündigten über 150 Neueinstellungen betreffen qualifizierte Fachkräfte in den Bereichen Ingenieurwesen, Elektronik, Feinmechanik und industrielle Produktion. Diese Investition unterstreicht zudem Safrans Engagement für den Erhalt und die Weiterentwicklung seiner strategischen Aktivitäten in Frankreich.

Die europäische Verteidigungsindustrie erlebt eine Phase beispielloser Expansion. Die europäischen Staaten erhöhen ihre Investitionen in militärische Fähigkeiten und Ausrüstung zur Sicherung der Souveränität und bieten damit großen Konzernen der Branche, wie beispielsweise Safran, Perspektiven für nachhaltiges Wachstum in den kommenden Jahren.

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