Meta in New Mexico wegen Gefährdung Minderjähriger verurteilt: Es geht um 375 Millionen Dollar.
Meta in New Mexico wegen Gefährdung Minderjähriger verurteilt: Es geht um 375 Millionen Dollar.

Santa Fe hat eine Bombe platzen lassen. Am Dienstag, dem 24. März, befand eine Jury in einem Zivilgericht in New Mexico Meta für schuldig, minderjährige Nutzer auf Facebook und Instagram gefährdet zu haben. Sechs Wochen Verhandlung, weniger als ein Tag Beratung und am Ende ein Urteil, das wie eine Warnung klingt: Soziale Medien können sich nicht ewig hinter ihren schönen Worten zur Sicherheit verstecken.

Das kalifornische Unternehmen wurde zur Zahlung von 375 Millionen US-Dollar Schadensersatz verurteilt. Das ist eine beträchtliche Summe, bleibt aber hinter den rund zwei Milliarden US-Dollar zurück, die Generalstaatsanwalt Raul Torrez forderte. Er stützte seine Forderung auf eine Schätzung von etwas über 200.000 monatlichen Nutzern unter 18 Jahren im Bundesstaat. Diese Zahl spricht Bände: Es handelt sich hier nicht um einen theoretischen Streit, sondern um einen jungen, riesigen und lukrativen Markt.

Ein Urteil, das einen Präzedenzfall gegen Social-Media-Giganten schafft

Meta kündigte daraufhin an, Berufung einzulegen. „Wir setzen uns intensiv für den Schutz der Nutzer unserer Plattformen ein und gehen transparent mit den Herausforderungen um, die die Identifizierung und Sperrung von Nutzern mit böswilligen Absichten und schädlichen Inhalten mit sich bringt“, so ein Sprecher. Es ist die übliche Leier der Tech-Branche: ein Dilemma zwischen dem Beteuerungen unerschütterlichen guten Willens und der hartnäckigen Realität einer unvollkommenen Moderation, wenn das System voll ausgelastet ist.

Raul Torrez hingegen bezeichnet dies als Weckruf. Er verklagte Meta Ende 2023 und warf dem Unternehmen vor, Kinder ungeeigneten Inhalten und Sexualstraftätern auszusetzen und Eltern über den Umfang der Schutzmaßnahmen zu täuschen. „New Mexico ist stolz darauf, als erster Bundesstaat Eltern für die Täuschung ihrer Kinder, die Duldung der Ausbeutung Minderjähriger und die Gefährdung von Kindern zur Rechenschaft zu ziehen“, betonte er und fügte hinzu: „Kein Unternehmen steht über dem Gesetz.“ Die Klage richtete sich auch gegen die Gestaltung der Dienste selbst, da diese im Verdacht stand, trotz bekannter Risiken eine intensive Nutzung durch Jugendliche zu fördern.

Dieses Urteil reicht jedoch über die Grenzen von New Mexico hinaus. Ähnliche Verfahren laufen auch andernorts in den Vereinigten Staaten, beispielsweise in Los Angeles, wo Meta und Google wegen Apps verklagt werden, die als verlockend für die Langzeitnutzung durch Teenager gelten. Das Urteil steht noch aus. Für die digitale Wirtschaft ist die Botschaft klar: Regulierungen werden nicht nur von Parlamenten beschlossen, sondern auch vor Gericht gestaltet – mit Millionenbeträgen und zu erwartenden Berufungen.

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