Die SNCF hat sich zum Ziel gesetzt, Italien bis 2027 mit ihren TGV-Zügen zu erobern.
Die SNCF hat sich zum Ziel gesetzt, Italien bis 2027 mit ihren TGV-Zügen zu erobern.

Die SNCF plant, ab September 2027 ihre ersten Hochgeschwindigkeitsstrecken in Italien in Betrieb zu nehmen und damit einen weiteren Schritt in ihrer europäischen Expansion zu gehen. Das Projekt mit dem Namen „Allegro“ wird Turin mit Neapel und Turin mit Venedig verbinden. Zunächst werden mehrere tägliche Hin- und Rückfahrten angeboten, deren Frequenz voraussichtlich erhöht wird.

Zunächst sind sieben tägliche Verbindungen zwischen Turin und Neapel sowie zwei zwischen Turin und Venedig geplant, bevor die Frequenz schrittweise erhöht wird. Ziel ist es, sich als dritter Anbieter auf dem italienischen Markt zu etablieren, der derzeit von Trenitalia und Italo dominiert wird.


Um Reisende anzulocken, setzt die SNCF auf wettbewerbsfähige Fahrpreise mit einer geplanten Senkung von 15 bis 20 Prozent gegenüber den aktuellen Preisen. Diese Strategie basiert insbesondere auf dem Einsatz der neuen TGV-Doppelstockzüge, die mehr Fahrgäste befördern können und somit die Kosten pro Sitzplatz senken.

Ein groß angelegter industrieller und menschlicher Einsatz

Die Gruppe beabsichtigt, die Nachfrage in einem Land anzukurbeln, in dem das Hochgeschwindigkeitsnetz im Vergleich zu anderen europäischen Ländern noch weniger entwickelt ist. Sie hofft, mit diesem Angebot bis zu sieben Millionen zusätzliche Fahrgäste zu gewinnen.


Das Projekt erfordert Investitionen in Höhe von fast 800 Millionen Euro und den Einsatz von 15 hochmodernen Triebzügen. Parallel dazu werden rund 400 Mitarbeiter vor Ort eingestellt, um den Betrieb – vom Fahren bis zur Wartung – zu gewährleisten.

Nach dem entscheidenden Sieg in einem Berufungsverfahren bezüglich der Vergabe von Bahnslots hat die SNCF nun zehn Jahre Zeit, sich dauerhaft auf dem italienischen Markt zu etablieren und den Wettbewerb dort zu stärken.

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