Frankreichs wichtigste Arbeitgeberverbände kritisieren die Entscheidung der Regierung, die Senkung der Sozialversicherungsbeiträge trotz der für den 1. Juni geplanten automatischen Mindestlohnerhöhung von 2,4 % einzufrieren. In einem am Sonntag veröffentlichten Meinungsbeitrag prangern sie eine Maßnahme an, die insbesondere Unternehmen mit vielen Mindestlohnempfängern benachteiligen würde.
Diese Erklärung, die insbesondere von den Präsidenten von Medef, CPME, U2P, FNSEA, UDES und FESAC unterzeichnet wurde, kritisiert eine Entscheidung, die ihrer Ansicht nach ohne vorherige Konsultation von Vertretern der Wirtschaft getroffen wurde. Die Arbeitgeberverbände bedauern, vor der Bekanntgabe dieser Maßnahme kein Treffen mit der Regierung gehabt zu haben.
Der Minister für öffentliche Finanzen, David Amiel, bestätigte letzte Woche, dass die für Lohnsteuerbefreiungen bei niedrigen Löhnen vorgesehenen Mittel trotz der Mindestlohnerhöhung unverändert bleiben. Die Regierung begründet diese Entscheidung mit der Notwendigkeit, im Kontext der wirtschaftlichen Folgen des Nahostkonflikts mehrere Milliarden Euro einzusparen.
Ein Anstieg der Arbeitskosten wurde angeprangert
Für die Arbeitgeberverbände bedeutet diese Entscheidung, dass Unternehmen gezwungen werden, höhere Lohnkosten ohne Ausgleich zu tragen. Sie befürchten, dass Arbeitgeber gleichzeitig die Erhöhung des Mindestlohns und die automatische Reduzierung der Sozialleistungen aufgrund der Senkung der Lohnsteuer auffangen müssen.
Wirtschaftsvertreter weisen darauf hin, dass diese Maßnahme zu einem Zeitpunkt erfolgt, an dem die Arbeitslosenquote auf über 8 % gestiegen ist und mehrere Wirtschaftszweige weiterhin fragil sind. Sie bezeichnen sie als ein „besorgniserregendes Zeichen“, das sich voraussichtlich auf Beschäftigung und Investitionen in vielen Regionen auswirken wird.
Aufruf zur Wiederaufnahme des Dialogs
Die Unterzeichner des offenen Briefes betrachten diesen Stopp der Senkung der Sozialversicherungsbeiträge als vierte Kürzung innerhalb von drei Jahren. Sie halten dieses Vorgehen für kontraproduktiv für die Wettbewerbsfähigkeit französischer Unternehmen und befürchten Folgen für Branchen mit geringqualifizierten Arbeitskräften.
Angesichts dieser Situation fordern Arbeitgeber die Regierung auf, den Dialog wieder aufzunehmen und Gespräche über die Finanzierung der sozialen Sicherung einzuleiten. Mehrere Berufsverbände, darunter der Hotel- und Gaststättenverband, haben ebenfalls die Aufnahme von Gesprächen gefordert, um die Auswirkungen dieser Maßnahme auf die Wirtschaft und die Beschäftigung zu bewerten.
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