Ende 2025 bestätigt sich die anhaltende Fragilität der französischen Wirtschaft. Zwischen dem 1. Oktober und dem 31. Dezember wurden über 112.000 Unternehmen aus den Handelsregistern gelöscht – ein beispielloses Ausmaß, das eine tiefgreifende Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage widerspiegelt. Laut Anfang Januar veröffentlichten Daten stiegen diese Löschungen im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 27 Prozent, eine Rate, die bei Beobachtern und Wirtschaftsakteuren Besorgnis auslöst. Die Löschung stellt den letzten Schritt im administrativen Verschwinden eines Unternehmens dar. Hinter diesen Zahlen verbergen sich unterschiedliche Realitäten. Ein erheblicher Anteil der betroffenen Unternehmen sind Kleinstunternehmen, Immobiliengesellschaften oder Familienbetriebe, die nicht immer traditionellen Wirtschaftszweigen nachgehen. Doch selbst unter Berücksichtigung dieser Vielfalt zeugt das Ausmaß des Phänomens von einem angespannten Wirtschaftsklima, geprägt von sinkenden Margen, hohen Kosten und geringer Visibilität der mittelfristigen Perspektiven. Der Anstieg der Löschungen beschränkt sich nicht auf einige wenige Regionen. Er betrifft die meisten Ballungsräume und deutet somit auf ein weit verbreitetes Phänomen hin. In einigen Gebieten kommt es jedoch zu besonders starken Anstiegen. Die Region Grand Est verzeichnet einen dramatischen Aufschwung mit einem Plus von fast 80 % im Vergleich zum Vorjahr. Auch in der Normandie, Hauts-de-France und Centre-Val de Loire sind sehr deutliche Zuwächse zu beobachten, die teilweise 60 % übersteigen. Diese Regionen, die bereits durch industrielle Umstrukturierungen oder komplexe demografische Entwicklungen geschwächt sind, scheinen besonders anfällig für den aktuellen wirtschaftlichen Druck zu sein. Auch die Île-de-France, in der ein Großteil der nationalen Wirtschaft konzentriert ist, bleibt nicht verschont. Die Betriebsschließungen haben dort um fast 40 % zugenommen, was bestätigt, dass der Abschwung sowohl die dynamischsten Regionen als auch jene im wirtschaftlichen Umstrukturierungsprozess betrifft. Diese geografische Streuung verstärkt die Wahrnehmung einer Strukturkrise, die über sektorale oder lokale Auswirkungen hinausgeht.
Trotz einer leichten Neuausrichtung bleiben kollektive Verfahren zahlreich.
Neben der Löschung von Unternehmen aus dem Handelsregister bleibt die Zahl der Insolvenzverfahren hoch. Im letzten Quartal 2025 waren über 17.000 Unternehmen von solchen Verfahren betroffen, was einem moderaten, aber stetigen Anstieg gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dieser Trend spiegelt anhaltende Liquiditäts- und Rentabilitätsschwierigkeiten wider, insbesondere bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), die mit steigenden Finanzierungskosten und einer rückläufigen Nachfrage konfrontiert sind. Liquidationsverfahren sind nach wie vor das am häufigsten eingeleitete Verfahren. Knapp 12.000 Liquidationen wurden in diesem Zeitraum verzeichnet, obwohl ihre Zahl im Vergleich zu Ende 2024 leicht zurückging. Dieser relative Rückgang reicht jedoch nicht aus, um den Gesamttrend umzukehren. Gleichzeitig steigt die Zahl der Sanierungsverfahren weiter an, mit über 4.800 neu eröffneten Fällen. Dieser Anstieg kann als Zeichen des Wunsches interpretiert werden, bestimmte Unternehmen zu schützen, verdeutlicht aber auch die wachsende Zahl kritischer Situationen, die ein gerichtliches Eingreifen erfordern.
In diesem Zusammenhang bietet die Unternehmensgründung keine ausreichende Unterstützung.
Trotz eines Anstiegs von rund 10 % gegenüber dem Vorjahr gleichen diese Zahlen die hohe Zahl der Unternehmensschließungen nicht aus. Die Differenz zwischen Unternehmensgründungen und -schließungen bleibt daher negativ und verschärft den Nettorückgang der aktiven Unternehmen. Beobachter gehen davon aus, dass diese Situation auf ein Zusammenspiel ungünstiger Faktoren zurückzuführen ist. Der schrittweise Auslauf bestimmter, in früheren Krisen eingeführter Unterstützungsmaßnahmen, die Verschärfung der Kreditbedingungen und die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit beeinträchtigen die Überlebensfähigkeit der Unternehmen nachhaltig. Zwar werden für 2026 gewisse Anpassungen erwartet, doch deuten Daten aus dem letzten Quartal 2025 darauf hin, dass diese Phase der Anfälligkeit noch lange nicht vorbei ist. In diesem angespannten Wirtschaftsklima erscheint die steigende Zahl der Schließungen als Warnsignal. Sie wirft Fragen zur Widerstandsfähigkeit der französischen Wirtschaft und zur Fähigkeit der öffentlichen Politik auf, den am stärksten gefährdeten Unternehmen über Sofortmaßnahmen hinaus nachhaltige Unterstützung zu bieten.