Corsair schlägt Alarm wegen des Kerosins; die Kosten steigen angesichts der Knappheit rasant an.
Corsair schlägt Alarm wegen des Kerosins; die Kosten steigen angesichts der Knappheit rasant an.

Hinter Radar und Flugrouten tobt ein weiterer Kampf am Himmel: der Kerosinpreis. Am Montag warnte Pascal de Izaguirre, CEO von Corsair, im Fernsehsender BFM Business, dass die größte Bedrohung angesichts der Spannungen im Nahen Osten nicht primär im Treibstoffmangel, sondern in den rapide steigenden Preisen liege. Und wenn die Treibstoffpreise explodieren, steigen auch die Flugpreise – mal schleichend, mal dramatisch –, denn keine Fluggesellschaft kann diesen Schock auf Dauer allein verkraften.

Konkret spricht der Manager von einem Preis, der „zwei- bis zweieinhalbmal“ über dem Niveau vor dem Konflikt liegt. Eine einfache Aussage mit unmittelbaren Folgen. Die Kerosinkosten, die bisher etwa ein Viertel der Betriebskosten ausmachten, würden nun 40 bis 45 % der Gesamtkosten betragen. Anders ausgedrückt: Die Kostenstruktur verschiebt sich, als würde das Flugzeug mit zusätzlichem Ballast fliegen, und der Handlungsspielraum schrumpft rapide, insbesondere auf Strecken, wo der Wettbewerb Preiserhöhungen begrenzt.

Treibstoff, der neue Schwerpunkt der Konten

Die Frage, die die Öffentlichkeit weiterhin beunruhigt, bleibt: Wird genügend Treibstoff vorhanden sein, um die Flugzeuge in die Luft zu bringen? Pascal de Izaguirre gibt sich in dieser Hinsicht beruhigender und verweist auf laufende Gespräche mit der Regierung. Er erklärt, die Fluggesellschaften hätten eine Planungssicherheit für etwa sechs Wochen, und die Regierung halte strategische Reserven für drei Monate vor, die für die kurzfristige Versorgung ausreichten. Das unmittelbare Risiko liege daher weniger im Treibstoff an den Zapfsäulen als vielmehr in den Treibstoffkosten.

Corsair hebt zudem einen entscheidenden operativen Vorteil hervor: Ihr Streckennetz liegt weit entfernt von Konfliktgebieten, wodurch Umwege, Routenänderungen und übermäßiger Treibstoffverbrauch minimiert werden. Spanien, Portugal, Italien, Griechenland, die Karibik, Réunion, Mauritius … diese Reiseziele gelten als dynamisch und sind vor allem weniger von größeren Flugverkehrsstörungen betroffen. Sollten die Treibstoffpreise jedoch auf diesem Niveau bleiben, droht eine Neubewertung des gesamten Ticketmarktes, und französische Reisende müssen sich daran gewöhnen, den Endpreis genauer zu prüfen.

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