Neuer Industrieschock in Lothringen: Das Indorama-Werk wird geschlossen, mehr als 160 Arbeitsplätze gehen verloren.
Neuer Industrieschock in Lothringen: Das Indorama-Werk wird geschlossen, mehr als 160 Arbeitsplätze gehen verloren.

Der thailändische Konzern Indorama Ventures schließt diesen Sommer sein Werk in Longlaville (Meurthe-et-Moselle). Dadurch gehen mehr als 160 Arbeitsplätze in einer Region verloren, die bereits unter der Deindustrialisierung leidet. Der Standort, der sich auf die Herstellung von Kunststofffasern für die Reifenindustrie spezialisiert hat, stellt die Produktion am 23. Juni ein.

Laut Gewerkschaftsvertretern sind 163 Mitarbeiter direkt von der Umstrukturierung betroffen, zusätzlich zu Zeitarbeitern und einigen indirekt mit dem Standort verbundenen Arbeitsplätzen. Mit der Geschäftsleitung wurde eine Vereinbarung getroffen, die den betroffenen Mitarbeitern Sonderzahlungen, Abfindungen und Versetzungsurlaub sichert.

Chinesischer Wettbewerb im Zentrum der Krise

Das Werk in Longlaville verzeichnete aufgrund des Wettbewerbsdrucks aus Asien und der Abschwächung des europäischen Automobilsektors seit mehreren Jahren einen starken Auftragsrückgang. Branchenkennern zufolge arbeitet der Standort derzeit nur noch mit etwa der Hälfte seiner Produktionskapazität.

Die Indorama-Gruppe, ein weltweit führender Hersteller von PET für Plastikflaschen und Textilien, befindet sich derzeit in einer umfassenden internationalen Restrukturierung mit dem Ziel, Kosten zu senken und die Rentabilität zu steigern. Die Schließung des Standorts Lothringen ist Teil dieser Strategie zur industriellen Neuausrichtung.

Ein weiterer Schlag für das Industriegebiet Lothringen

Diese Ankündigung hat in der Region Longwy, die seit Jahrzehnten von Fabrikschließungen und dem schleichenden Verlust von Industriearbeitsplätzen geprägt ist, große Besorgnis ausgelöst. Lokale Politiker und Gewerkschaften befürchten eine weitere wirtschaftliche Schwächung der Region, die bereits mit hoher Arbeitslosigkeit und der Abwanderung von Arbeitskräften ins benachbarte Luxemburg zu kämpfen hat.

Das Management muss nun die Verfahren im Zusammenhang mit dem Arbeitsplatzsicherungsplan und der möglichen Suche nach einem Käufer gemäß den Verpflichtungen einleiten, die das französische Recht für große Industriekonzerne vorsieht.

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