WIRTSCHAFT Beschäftigung

Die ILO verabschiedet den ersten globalen Vertrag zum Schutz von Plattformarbeitern

Die ILO verabschiedet den ersten globalen Vertrag zum Schutz von Plattformarbeitern
Die ILO verabschiedet den ersten globalen Vertrag zum Schutz von Plattformarbeitern

Die Mitgliedstaaten der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) haben am Freitag das erste internationale Übereinkommen speziell für Beschäftigte auf digitalen Plattformen verabschiedet. Dieses Übereinkommen richtet sich an Millionen von Menschen, die über Anwendungen und Plattformen wie Lieferdienste, Personenbeförderung, On-Demand-Dienste und bestimmte Fernarbeitsplätze arbeiten.

Das Übereinkommen gilt unabhängig vom jeweiligen Rechtsstatus der Arbeitnehmer in den einzelnen Ländern. Es soll verhindern, dass grundlegende Schutzrechte allein deshalb verloren gehen, weil ein Arbeitnehmer als selbstständig und nicht als Angestellter gilt. Staaten, die das Übereinkommen ratifizieren, sind verpflichtet, die Achtung grundlegender Arbeitsrechte zu gewährleisten, darunter die Vereinigungsfreiheit, das Recht auf Kollektivverhandlungen sowie das Verbot von Zwangsarbeit und Kinderarbeit.

Eine Reaktion auf den Aufstieg der Plattformökonomie

Der Text enthält außerdem Garantien hinsichtlich Vergütung, Sozialversicherung, Arbeitsschutz und Schutz vor Gewalt und Belästigung. Plattformen müssen für mehr Transparenz bei Zahlungen, Abzügen und bestimmten Entscheidungen, die Arbeitnehmer betreffen, sorgen. Die Vereinbarung befasst sich auch mit der zunehmenden Rolle von Algorithmen in der Arbeitsorganisation.

Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen kritisieren seit Jahren ein Wirtschaftsmodell, das zwar auf hoher Flexibilität beruht, aber gleichzeitig Risiken auf die Arbeitnehmer abwälzt. In vielen Ländern genießen Fahrer, Lieferanten und Anbieter digitaler Dienste nicht denselben Schutz wie herkömmliche Angestellte, obwohl die Plattformen ihre Arbeitsbedingungen weitgehend kontrollieren.

Der Vertrag muss nun von den Staaten ratifiziert werden, um in Kraft zu treten. Die ILO geht davon aus, dass er zwölf Monate nach den ersten beiden Ratifizierungen Anwendung finden wird. Für Menschenrechtsaktivisten stellt dieses Übereinkommen eine der bedeutendsten Entwicklungen im internationalen Arbeitsrecht der letzten Jahre dar, da die digitale Wirtschaft die Beschäftigungsmuster weltweit verändert.

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