Eine von Ärzte der Welt veröffentlichte Studie beleuchtet die schwierigen Lebensbedingungen von Fahrradkurieren, die für große Lieferplattformen arbeiten. Basierend auf über tausend in Paris und Bordeaux gesammelten Zeugenaussagen beschreibt sie lange und anstrengende Arbeitstage für einen Lohn, der angesichts der hohen Arbeitsbelastung als unzureichend empfunden wird.
Laut diesem Bericht leisten diese Arbeiter durchschnittlich mehr als 60 Stunden pro Woche und erzielen ein monatliches Bruttoeinkommen von rund 1.480 €. Die Organisation äußert zudem Bedenken hinsichtlich der gesundheitlichen Folgen dieser Arbeit und verweist auf chronische Müdigkeit, körperliche Schmerzen, psychische Belastungen und eine hohe Unfallzahl.
Ein zunehmend umstrittenes Wirtschafts- und Sozialmodell
Die NGO hebt insbesondere die Rolle der von den Plattformen verwendeten Algorithmen hervor. Diese würden ständigen Druck auf die Lieferfahrer ausüben und sie in eine Abhängigkeit zwingen, obwohl diese offiziell als selbstständige Auftragnehmer gelten. Viele geben an, sich strikt an die Richtlinien zu halten, aus Angst, den Zugang zu ihrem Konto zu verlieren, ohne die Kriterien für die Auftragsvergabe zu verstehen.
Die betroffenen Unternehmen bestreiten diese Ergebnisse, prangern eine voreingenommene Methodik an und verweisen auf die bestehenden Schutzmaßnahmen für Lieferfahrer. Die Debatte über die tatsächliche Natur dieses Status bleibt jedoch offen, insbesondere da jüngste Gerichtsurteile und eine EU-Richtlinie das Modell der unabhängigen Auftragnehmer in diesem Sektor infrage stellen.
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