Am Mikrofon USAinformationsAm Dienstag, dem 24. März, ließ Maud Bregeon eine kurze Bemerkung fallen, die wie ein Meilenstein im Wahlkampf 2027 klingt. Laut Regierungssprecherin sei „Édouard Philippe am besten geeignet, den Präsidentschaftswahlkampf anzuführen“. Die Szene ist vertraut, fast schon formelhaft: Emmanuel MacronDa ihm die Verfassung eine dritte Amtszeit in Folge untersagt, hinterlässt er ein Vakuum, und in diesem Vakuum werden Ambitionen lautstark verkündet.
Um ihre Argumentation zu untermauern, konzentrierte sich Maud Bregeon auf die unerbittliche Realität der Situation. Am Sonntag wurde Édouard Philippe mit 47,71 % der Stimmen als Bürgermeister von Le Havre wiedergewählt, vor dem kommunistischen Abgeordneten Jean-Paul Lecoq (41,17 %) und Franck Keller, dem Kandidaten der UDR-RN (11,12 %). Innerhalb der Regierung wird dieses Ergebnis als Beweis für die Wählerstärke und als Signal an die Wähler des rechten und zentristischen Spektrums gefeiert – jene Wähler, um die der Macronismus lange geworben, die er aber nicht immer halten konnte.
Die Kernbotschaft ist klar: Philippe wäre in dieser Phase der beste Gleichgewichtspunkt in einem erweiterten Präsidentschaftslager, das noch nach seiner Positionierung sucht. Gabriel Attal ist eine prägende Figur, Bruno Retailleau besetzt den rechten Flügel, François Bayrou behält die MoDem im Auge, und die Fraktionsvorsitzenden wägen ihre Stärke ab. Alle beobachten einander genau, doch niemand will seine Karten zu früh preisgeben. In diesem Machtkampf hat der ehemalige Premierminister einen Trumpf in der Hand: eine Partei, Horizons, und das Image eines Managers, das viele als beruhigend empfinden.
Die „gemeinsamen Kernstandards“ werden aufgefordert, ihren Verfechter zu wählen.
Maud Bregeon sprach nicht nur ein Kompliment aus, sondern legte auch einen Plan vor. Sie rief die Verantwortlichen des „gemeinsamen Kerns“ zu einem schnellen Treffen auf, mit einem einfachen Ziel: von Beginn an auf eine gemeinsame Kandidatur hinzuarbeiten und ein gemeinsames Programm zu entwickeln. Die angestrebte Einheit sollte sich „vom Zentrumsblock über die Republikaner bis hin zu jenen erstrecken, die ein Bündnis mit dem Nationalen Rassemblement ablehnen“. Mit anderen Worten: eine breite Koalition, aber mit einer roten Linie – dem Nationalen Rassemblement –, die sowohl als moralischer Kompass als auch als Wahlgrenze dient.
Diese Strategie erscheint auf dem Papier logisch, birgt in der Praxis aber viele Fallstricke. Maud Bregeon forderte Bruno Retailleau auf, sich klar zu positionieren, nachdem dieser sich geweigert hatte, zwischen dem von Horizons unterstützten amtierenden Bürgermeister Christian Estrosi und dem mit dem Rassemblement National verbündeten Éric Ciotti in Nizza zu wählen. Dem Leser dürfte klar sein: Es geht nicht einfach um die Benennung eines Kandidaten, sondern darum, wer die Verantwortung trägt, wenn lokale Bündnisse nationale Versprechen verwässern.
Ein letztes, bezeichnendes Zeichen der Zeit: Der Regierungssprecher schließt Gespräche jenseits der Mitte-Rechts- und der traditionellen Rechten nicht aus und verweist auf Raphaël Glucksmanns Distanzierung von La France Insoumise. Der Macronismus, der versprochen hatte, seine traditionellen Spaltungen zu überwinden, versucht nun, eine Koalition Stück für Stück zusammenzustellen – wie eine hastig zusammengewürfelte Koalition. Édouard Philippe mag heute die besten Chancen haben; ob er diese Position auch in Zukunft behalten wird, bleibt abzuwarten.
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