Das Kräfteverhältnis neigt sich zugunsten von Édouard Philippe. Laut einer am Dienstag veröffentlichten Odoxa-Mascaret-Umfrage würde der ehemalige Premierminister (Horizons) eine Stichwahl der Präsidentschaftswahl 2027 gegen Jordan Bardella mit 52 % der Stimmen gegenüber Bardellas 48 % gewinnen. Ein knappes Ergebnis, fast ein Kopf-an-Kopf-Rennen, aber ausreichend, um die Prognose desselben Meinungsforschungsinstituts vom November zu revidieren, das damals einen Sieg für den Vorsitzenden des Rassemblement National (53 % zu 47 %) vorhergesagt hatte. Eine Momentaufnahme, kein endgültiges Urteil, aber in der Politik werden Momentaufnahmen oft zu aussagekräftigen Argumenten.
Ein knappes zweites Rennen, ein besorgniserregendes erstes. Denn die Geschichte ist mit dem finalen Duell noch nicht zu Ende. Im ersten Wahlgang würde Jordan Bardella in allen durchgerechneten Szenarien mit 34 bis 38 % der Stimmen und einem prognostizierten Vorsprung von 13 Punkten vor Édouard Philippe die Führung behalten. Zwei Szenarien stehen zur Debatte: eine Koalition aus Mitte und gemäßigter Rechter um Philippe und eine gespaltene LR-Partei mit Bruno Retailleau. Im zweiten Fall käme Retailleau auf 8 % der Stimmen, Philippe auf 21 %, während Jean-Luc Mélenchon läge er bei 12 % und Raphaël Glucksmann bei 10 %.
Eine zweite, sich verschärfende Verhandlungsrunde, eine erste, die Anlass zur Sorge gibt
Im Falle eines einzigen Kandidaten der Rechten und der Mitte würde Édouard Philippe auf 25 % steigen, Jordan Bardella auf 38 %, Mélenchon auf 13 % und Glucksmann auf 10 %. Die Umfrage zeigt zudem, dass Philippe bei Sympathisanten der Rechten und der Mitte die größte Unterstützung genießt, noch vor Gabriel Attal und Gérald Darmanin. Dies beweist, dass der ehemalige Premierminister für viele in der angespannten politischen Lage weiterhin eine beruhigende Option darstellt. Eine Tatsache bleibt jedoch bestehen: Die Dynamik des ersten Wahlgangs setzt sich ungebrochen fort, auch wenn sich der zweite Wahlgang als deutlich komplexer erweist.
Die Umfrage wurde online unter 1.299 Personen, darunter 1.206 registrierten Wählern, durchgeführt. Die Fehlermarge wird mit 1,5 bis 3,5 Prozentpunkten angegeben. Eine weitere, am Samstag veröffentlichte Umfrage bestätigt diese Ergebnisse: Auch sie prognostiziert einen Sieg von Édouard Philippe gegen Jordan Bardella und sogar gegen... Marine Le PenMit anderen Worten, in dieser Phase kommt es ebenso sehr auf Spielverschiebungen und die Fähigkeit an, ein Lager zu bilden, wie auf die rohe Gewalt der ersten Runde an, und wenn die Kampagne dann richtig beginnt, könnte sie diese prekären Gleichgewichte in dauerhafte Bruchlinien verwandeln.
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