Kamerun verhaftet mehrere Oppositionelle am Vorabend der Präsidentschaftswahlen
Kamerun verhaftet mehrere Oppositionelle am Vorabend der Präsidentschaftswahlen

Die kamerunischen Behörden haben am Vorabend der Bekanntgabe der Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen vom 12. Oktober rund dreißig Politiker und Aktivisten aus dem Umfeld des Oppositionskandidaten Issa Tchiroma festgenommen. Laut Tchiromas Wahlkampfteam spiegeln diese Festnahmen den Wunsch der Regierung wider, jegliche Proteste vor der offiziellen Veröffentlichung der Ergebnisse am Montag zu unterdrücken.

Zu den Verhafteten gehören Anicet Ekane, Vorsitzender der Partei MANIDEM, und Djeukam Tchameni, ein führender Vertreter der Union für den Wandel. Beide sind überzeugte Anhänger Tchiromas. Die genauen Gründe für die Verhaftungen haben die Behörden noch nicht bekannt gegeben. Quellen aus dem Umfeld des Sicherheitsministeriums sprechen jedoch von „Präventivmaßnahmen zur Vermeidung öffentlicher Unruhen“.

Die Verhaftungswelle ereignet sich in einem äußerst angespannten politischen Klima. Der amtierende Präsident Paul Biya, der seit mehr als vier Jahrzehnten an der Macht ist, gilt als Favorit, doch die Opposition prangert zahlreiche Unregelmäßigkeiten bei der Wahl an, insbesondere in den englischsprachigen Regionen.

Issa Tchiroma verurteilte die „beschämende politische Unterdrückung“ und rief die internationale Gemeinschaft dazu auf, „die Augen vor den autoritären Exzessen des Regimes zu öffnen“. In mehreren Großstädten wurden Sicherheitskräfte massenhaft um die Parteizentralen der Oppositionsparteien aufgestellt. Dies schürte die Befürchtung, die Regierung könnte angesichts jeglicher Anfechtung des Wahlergebnisses ihre Haltung verhärten.

Was sollten wir uns schnell merken?

Die kamerunischen Behörden haben rund dreißig politische Führer und Aktivisten aus dem Umfeld des Oppositionskandidaten Issa festgenommen.